Dort sein, wo das Leben für Kinder spielt

Landessynode berät über Engagement der Kirche im schulischen Ganztag
Eine weiblich lesbare Person an einem Rednerpult
Bild: Jens Schulze

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„Wo das Leben spielt! Zur Beteiligung von Kirche im Ganztagsbetrieb der Grundschulen“ – darum ging es in der Einbringungsrede von Oberkirchenrätin Dr. Michaela Veit-Engelmann aus der Bildungsabteilung des Landeskirchenamtes.

„Wir sollten mit unseren kirchlichen Angeboten in die Schule hineingehen“, sagte die Theologin. „Denn Schule ist heute der Lebens-, Lern- und Freizeitort für Kinder.“ Sie verwies darauf, dass es ab August 2026 für Erstklässler*innen in Niedersachsen einen Rechtsanspruch auf ganztägige schulische Betreuung gebe, die auch eine Betreuung in den Schulferien (mit Ausnahme von vier Wochen) einschließe. 

Die Grundfrage sei daher: „Wie kann Kirche mit ihren attraktiven Angeboten an Grundschulen präsent sein?“ Dafür habe eine Arbeitsgruppe Vorschläge für eine große und eine kleine Möglichkeit entwickelt. Die große Möglichkeit sehe eine Trägerschaft durch eine Kirchengemeinde für die komplette Nachmittagsbetreuung vor, die kleine eine Beteiligung als Kooperationspartnerin im Zusammenspiel mit anderen Anbietern. 

„Wir sollten stärker von den Kindern und ihren Lebensräumen her denken“, so das Plädoyer Veit-Engelmanns. Viele Fragen zu dieser neuen Ausrichtung kirchlicher Angebote würden auf www.kirche-bildung.de/ganztag beantwortet. 

In der regen Aussprache gab es zahlreiche Anträge, die alle mehrheitlich angenommen wurden. Friedrike Einschenk (Sprengel Stade) beantragte, dass in den Haushaltsplanungen „wohlwollend geprüft werden solle“, finanzielle Mittel für dieses neue, wichtig Angebot zur Verfügung zu stellen. „Solch ein zusätzliches Angebot kostet einfach Geld.“

Ann-Marie Reimann (Sprengel Hannover) verwies neben dem finanziellen Bedarf darauf, dass es auch mehr Personal brauche. Sie beantragte, dass die künftige Arbeit in diesem Bereich mit dem Jugendverband, der Evangelischen Jugend, abgestimmt werde.

Kristin Schneider (Sprengel Lüneburg) beantragte, den Bericht des Landeskirchenamtes zur Beratung an den Ausschuss Junge Menschen weiterzuleiten. Es folgte der Antrag von Dr. Thies Jarecki (Sprengel Osnabrück), den Bericht ebenfalls in den Ausschuss für Kirchenmusik und Kultur zur Beratung weiterzuleiten. Allen Anträgen stimmte die Synode mit breiter Mehrheit zu.

Für den Bericht dankte Christine Rinne (Hannover) ausdrücklich Michaela Veit-Engelmann, die „alle Fäden in der Arbeit der AG“ zusammengehalten habe. Birgit Spörl (Stade) und Dr. Martin Krarup (Stade) dankten ebenfalls für den Bericht und stellten heraus, dass es an vielen Orten bereits kirchliche Angebote an den Grundschulen gebe.

Dr. Bettina Siegmund (Ostfriesland-Ems) verwies darauf, dass diese neuen Angebote nicht nur finanzielle Mittel, sondern vor allem weiteres Personal, das religionspädagogisch geschult sei, erfordere. „Nur mit Geld werden wir dieses Problem nicht lösen können.“ In diese Richtung argumentierte auch Harald Schilbock (Lüneburg). Es sei nicht die Frage, ob Kirche mit ihren Angeboten in die Ganztagsbetreuung gehe, sondern wie. 

Lars Decker (Stade) fragte danach, wie das Konzept in die Kirchenkreise und Kirchengemeinden kommuniziert werde. „Wir haben verschiedene Digitale Informationsveranstaltungen durchgeführt“, so Veit-Engelmann, „informieren über unseren Newsletter und die Homepage.“

Hanna Maria Dallmeier (Hildesheim-Göttingen) plädierte für eine „gute Personalmischung“ in diesem Bereich. Dr. Kerstin Gäfgen-Track, Oberlandeskirchenrätin und Leiterin der Bildungsabteilung im LKA, benannte den Personalmangel und wies auf die Notwendigkeit hin, dass es „attraktive Stellenangebote für junge Menschen“ geben müsse, wenn „wir einen Innovationsschub in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hinbekommen wollen.“