Die Mitglieder der Synode haben auf ihrer Tagung in der Aussprache zum Bericht des Landesbischofs über Sicherheit, Beteiligung und die Verantwortung der Kirche für junge Menschen gesprochen. Der Synodale Eduard Hillgert (Sprengel Hildesheim-Göttingen) sagte: „Beteiligung ist nicht nur eine Folge, sondern elementare Basis von Sicherheit.“ Sicherheit entstehe nicht nur dadurch, dass für Menschen entschieden werde, sondern dadurch, dass Menschen „selbst mitschreiben können“. Wo Menschen sich ernst genommen fühlten, wachse Vertrauen, sagte Hillgert. Gerade junge Menschen bräuchten nicht nur Schutzräume, sondern Mitsprache und die Erfahrung, dass die eigene Stimme zähle.
Die Synodalin Kristin Schneider (Sprengel Lüneburg) richtete den Blick auf die Debatte über eine mögliche Wiedereinsetzung der Wehrpflicht. Der aktuelle Entwurf des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes sehe wieder Musterungen für junge Männer ab dem Jahrgang 2009 vor. Das verunsichere junge Menschen sehr stark, sagte Schneider: „Die Kriegsdienstverweigerung und die Gewissensfreiheit nach dem Grundgesetz sind elementare Güter.“ Schneider beantragte, prüfen zu lassen, welche Beratungsangebote es zum Thema Kriegsdienstverweigerung und Gewissen aktuell gibt, wie viele junge Menschen betroffen sind und wie Beratungswege transparent gemacht werden können. Die Synodalin Dr. Bettina Siegmund (Sprengel Ostfriesland-Ems) ergänzte, solche Angebote müssten „dezentral und flächendeckend“ erreichbar sein.
Mehrere Wortbeiträge knüpften an den Sicherheitsbegriff des Berichts an. Der Synodale Maximilian Bode (Sprengel Stade) präzisierte den Begriff: „Ich finde, was ein gutes Schutzkonzept auszeichnet, ist, dass es nicht von Safe Spaces, sondern von Safer Spaces spricht.“ Damit werde deutlich, dass absolute Sicherheit kaum herzustellen sei. Zugleich dürften Präventions- und Gewaltschutzkonzepte nicht auf der Ebene eines Konzeptes verbleiben. Kirchen, Räume und weitere Orte der Landeskirche müssten „zu Safer Spaces werden, die sie an so vielen Stellen leider nicht waren“, sagte Bode. Siegmund machte darauf aufmerksam, dass in einer als unsicher empfundenen Zeit häufig zuerst nach Schutzmaßnahmen gefragt werde. Für die Kirche liege eine Aufgabe darin, Vertrauen und das Leben mit Unsicherheit zu thematisieren.
Die Synodalin Ina Jäckel (Sprengel Ostfriesland-Ems) mahnte eine stärkere Auseinandersetzung mit Prävention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt an. Der Bericht sei breit angelegt und zeige „wahnsinnig viel Weite“, sagte Jäckel. Zugleich äußerte sie Irritation darüber, dass der Punkt Prävention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt aus ihrer Sicht zu knapp vorkomme. Jäckel sagte: „Wenn Sicherheit das Thema und menschliches Grundbedürfnis ist, wie Sie das genannt haben, dann müsste sexualisierte Gewalt in kirchlichen Räumen ein zentraler Prüfstein sein.“
Zum Abschnitt über den Umgang der Kirche mit Fragen zu Israel und Palästina beantragte die Synodalin Wiebke Zimmermann (Sprengel Ostfriesland-Ems), den entsprechenden Abschnitt an den Ausschuss für Mission und Ökumene zu überweisen: „Das Thema ist wirklich komplex.“ Es sei wichtig, „dass wir den Raum für Diskussionen öffnen und auch den Diskurs führen können“. Der Synodale Lars Decker (Sprengel Stade) unterstützte den Antrag und verwies auf Gespräche mit jungen Menschen aus der Region sowie auf deren Wunsch, von ihrer Situation erzählen zu können.