Synodales Staffelholz: Arbeitsagenda für die kommenden Jahre

Mehrere Personen in einem Sitzungssaal
Bild: Jens Schulze

Gleich zu Beginn ihrer Amtszeit hat die 27. Landessynode das „synodale Staffelholz“ von ihrer Vorgängerin übernommen. Das Aktenstück 3 A, das der Landessynodalausschuss (LSA) unter seinem Vorsitzenden Ruben Grüssing (Sprengel Ostfriesland/Ems) vorgelegt hat, enthält Beschlüsse, offene Punkte und Beratungsaufträge der 26. Landessynode und verbindet sie mit klaren Empfehlungen an die künftigen Fachausschüsse.​

Im Mittelpunkt steht die Weiterleitung von Themen, die die kirchliche Arbeit in den kommenden Jahren prägen werden – von Klimaschutz, Gebäudemanagement und IT-Konzepten über Fragen kirchlicher Mitarbeit, Kirchenmusik und Ökumene bis hin zu Finanzen, Jugend, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit. Als zentraler eigener Auftrag des LSA bleibt die Überarbeitung des Agendengesetzes, die gemeinsam mit dem Ausschuss für Theologie und Kirche vorangetrieben werden soll.​

Von Klimaschutz bis Kirchenmusik

Zugleich markiert der Bericht bestimmte Themen bewusst als gemeinsame Aufgabe der gesamten Synode. Dazu zählen insbesondere die Prävention, Intervention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Landeskirche sowie der landeskirchliche Zukunftsprozess, deren Beschlüsse allen Ausschüssen zur Beratung empfohlen werden. Ergänzt wird dies durch die Weiterleitung des Schutzkonzepts der Landessynode, das das Präsidium prüfen, gegebenenfalls fortschreiben und spätestens zur III. Tagung wieder in das Plenum einbringen soll.​

Der Bericht listet außerdem eine Reihe von Themen auf, die die Fachausschüsse der 26. Landessynode nicht mehr abschließen konnten – etwa ein standardisiertes Verfahren zur Abrechnung nebenamtlicher kirchenmusikalischer Dienste, Fragen zur Gleichberechtigung und Chancengleichheit oder zur Zukunft kirchlicher Friedhöfe. Für all diese Punkte schlägt der LSA die Überweisung an die jeweils zuständigen Ausschüsse der 27. Landessynode vor.​

Kein Aktenfriedhof, sondern Arbeitsprogramm

Grüssing betonte in seiner Einbringungsrede, dass es sich bei Aktenstück 3 A nicht um einen „Aktenfriedhof“, sondern um eine Arbeitsagenda handelt. Das Aktenstück wird darin als Spiegel der aktuellen strukturellen, geistlichen, finanziellen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Landeskirche beschrieben. Besonders hervorgehoben werden die anstehenden Haushaltsberatungen für die Jahre 2027 und 2028, die ausdrücklich nicht als Nebenthema, sondern als zentrale gemeinsame Aufgabe der neuen Synode benannt werden.

Der Antrag des Landessynodalausschusses ist formal schlicht: Die 27. Landessynode soll den vorgeschlagenen Überweisungen und Empfehlungen zustimmen. Die eigentliche inhaltliche Arbeit beginnt dann in den Ausschüssen – und wird von dort aus in die Plenumsberatungen der kommenden Tagungen zurückkehren.

In der Aussprache bat die Synodale Birgit Spörl (Sprengel Stade) darum, vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung Umfang, Form und Aufgabenstellung der Arbeitsstelle Religionspädagogik in Ostfriesland (ARO) zu prüfen und neu zu bewerten. Die Synode stimmte dem Antrag mit großer Mehrheit zu.

Im Rahmen der Bekanntgabe der Eckpunkte für die Haushaltsplanung für die Jahre 2027 und 2028 kündigte Fabian Spier, Leiter der Abteilung Finanzen im Landeskirchenamt, Termine zur Einführung der neuen Synodalen in die Haushaltssystematik an. Diese sollen auf Bitte der Synodalen Kristin Schneider (Sprengel Lüneburg) frühzeitig bekanntgegeben werden.