"Luthers musikalisches Erbe" - Orgelfestival startet Pfingsten

Nachricht 29. Mai 2017

Schnitger_orgel_Oederquart
Experten sehen in der historischen und denkmalgeschützten Orgel in der evangelischen St. Johanniskirche Oederquart bei Hamburg (Foto vom 13.12.16) einen besonderen Schatz. Sie gilt als erste selbstständige Arbeit des berühmten norddeutschen Barock-Orgelbaumeisters Arp Schnitger (1648-1719). Bild: Dieter Sell/epd-bild

Stade. Zu Pfingsten beginnen die diesjährigen "Orgeltage" im Elbe-Weser-Raum, die 2017 ganz im Zeichen der historischen Instrumente des barocken Orgelbaumeisters Arp Schnitger stehen. Die Reformation Martin Luthers und die geistliche Entwicklung in den Gemeinden hätten die Grundlagen für reiche Musik im Gottesdienst geschaffen, sagte im Vorfeld der künstlerische Leiter der Orgelakademie Stade, Martin Böcker.

Die Akademie organisiert das Festival mit mehr als 20 Veranstaltungen zusammen mit den jeweiligen Kirchengemeinden vor Ort. Unter dem Titel "Luthers musikalisches Erbe - Orgelkultur an der Elbe" läuft das Festival vom 3. Juni bis 2. Juli. Zum Programm gehören Konzerte, musikalische Gottesdienste und Exkursionen in Stade, Oederquart, Neuenfelde, Buxtehude und Steinkirchen.

Höhepunkt ist ein Gottesdienst zur Wiedereinweihung der restaurierten Schnitger-Orgel am 11. Juni in Neuenfelde, an dem sich Hamburgs Bischöfin Kirsten Fehrs beteiligen will. Die Orgel in der Grabeskirche Schnitgers wurde zwischen 1682 und 1688 erbaut und zählt zu den wichtigsten Instrumenten des Baumeisters. Sie ist in den vergangenen Monaten in der Werkstatt Kristian Wegscheider in Dresden restauriert worden.

Die "Orgeltage" sind Teil des Jahresprogramms der Orgelakademie, zu dem weitere Konzerte, ein Jugend-Orgelforum, Kinder-Orgeltage und Exkursionen gehören. Höhepunkte dabei sind eine Reise mit dem 1872 erbauten Fahrgastschiff "Mocambo" auf der Oste und eine Abendfahrt ins Kehdinger Land, in deren Verlauf Orgeln gehört und Abendlieder gesungen werden können.

Arp Schnitger (1648-1719) gilt unter Experten als erster europäischer Orgelbauer. Etwa 170 Instrumente hat er neu gebaut, wesentlich umgebaut oder im größeren Umfang repariert. Von Hamburg aus exportierte er seine Instrumente zunächst in den norddeutschen Raum und in die Niederlande, später auch nach Russland, England, Spanien und Portugal. Eine Schnitger-Orgel, die 1701 in Hamburg erbaut wurde, gelangte sogar in die brasilianische Stadt Mariana.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen