Meister und Wenzel fordern bei Kirchentagseröffnung Bekämpfung von Fluchtursachen

Nachricht 25. Mai 2017

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Landesbischof Ralf Meister und der stellvertretende niedersächsische Ministerpräsident Stefan Wenzel. Bild: Pressestelle

Berlin/Hannover. Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hat zum Beginn des Kirchentages in Berlin die nachhaltige Bekämpfung der weltweiten Ursachen von Flucht und Vertreibung gefordert. "Bis jetzt haben wir in Europa darauf nicht mal ansatzweise eine Antwort gefunden", sagte er am Mittwochabend beim gemeinsamen Kirchentagsauftakt des Landes Niedersachsen und der evangelischen Kirchen in Niedersachsen in der Landesvertretung am Potsdamer Platz. Auch den Vereinten Nationen sei es bisher nicht gelungen, den Ursachen von Flucht und Vertreibung wirksam und nachhaltig zu begegnen.

Der stellvertretende niedersächsische Ministerpräsident Stefan Wenzel (Grüne) kritisierte mit Blick auf die Fluchtursachen auch US-Präsident Trump: "Was kann es für Folgen haben, wenn ein Präsident ein Waffengeschäft über 110 Milliarden Euro mit einem Land wie Saudi-Arabien abschließt?" Hoffnungen mache ihm dagegen der Weltklimavertrag, sagte der Umweltminister. Er leiste einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Landflucht. "Da ist für mich deutlich, dass die Menschheit gelernt hat, dass wir große Probleme nur gemeinsam lösen können. Es braucht einen Zusammenhalt hier bei uns und auch weltweit."

Außerdem würdigten Meister und Wenzel die Arbeit des Bündnisses "Niedersachsen packt an". Das Land will hier bis Ende 2018 knapp 30 Millionen Euro in die haupt- und ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit investieren. Am Anfang habe der Gedanke gestanden, dass Menschen in Not Hilfe und Aufnahme finden müssten, sagte der Landesbischof. "Dafür stehen wir als Kirchen und dafür steht das Land Niedersachsen." Der Minister verwies auf die beispiellose Unterstützung von Ehrenamtlichen bei der Integration der geflüchteten Menschen. "Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir im gegenseitigen Dialog angehen müssen."

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen