ErlebnisRaum: Experimentelle Inszenierung zur Taufe

Nachricht 22. Mai 2017

Wittenberg/Hannover. Mit experimentellen Ideen inszeniert die hannoversche Landeskirche im Rahmen der Weltausstellung zum 500. Reformationsjubiläum in Wittenberg das Thema Taufe. Es gehe in erster Linie um emotionale Zugänge, sagte bei der Eröffnung am Wochenende der Geistliche Vizepräsident des evangelischen Landeskirchenamtes, Arend de Vries, dem epd. Kernstücke des "Erlebnis-Raum Taufe" sind ein 500 Jahre alter Taufstein, ein Film in 180-Grad-Projektion und Farbeffekte.

Wasser spielt bei allen Darstellungen eine zentrale Rolle. Ganz ohne Texte und Worte lädt der Film zur Beschäftigung mit dem Thema Taufe ein und spielt dabei mit Unterwasser-Aufnahmen, Wellen und Brandung. Gleich zu Beginn des Erlebnisraums werden Besucher des 120 Quadratmeter großen umgebauten Ladenlokals von einem Raum empfangen, der in blaues Licht getaucht ist. An tropfenähnlich geformten Multimediastationen können dort Fragen zu einem Tauf-Quiz beantwortet oder Informationen abgerufen werden.

Blickfang am Ende des Erlebnisraums ist ein Taufstein aus der St.-Aegidien-Kirche in Hülsede im niedersächsischen Landkreis Schaumburg. Er stamme mindestens aus dem 15., vielleicht sogar aus dem 13. oder 14. Jahrhundert und fasse mehr als 100 Liter Wasser, erläuterte Projektleiterin Ulrike Tüpke. Wer möchte, kann sich hier mit Wasser ein Kreuz auf Stirn oder Hand schlagen lassen, um sich an die eigene Taufe zu erinnern.

"Gottes Zusage 'Du gehörst zu mir' gilt jedem getauften Menschen - sie macht alle gleich", betonte de Vries. "Die Erinnerung an die Taufe und ihre Bedeutung lässt dieses Versprechen wieder lebendig werden." Um Besucher zu begleiten, betreuen bis September 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer jeweils in Viererteams den Erlebnisraum. Sie kommen aus der gesamten hannoverschen Landeskirche und sind in Wittenberg jeweils für eine Woche in zwei Schichten präsent.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen