Kirchlicher Friedensbeauftragter fordert Widerstand gegen Rüstung

Nachricht 15. Mai 2017
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Foto: Jens Schulze/HkD

Unterlüß/Kr. Celle. Der kirchliche Friedensbeauftragte Lutz Krügener hat am Sonntag in einem "Bittgottesdienst zur Erhaltung des Weltfriedens" zum Widerstand gegen Rüstung und Rüstungsexporte aufgerufen. Die weltweiten Rüstungsexporte seien eine zentrale Voraussetzung und ein starker Antrieb für kriegerische Auseinandersetzungen, mahnte der Theologe und Friedensbeauftragte der hannoverschen Landeskirche in Unterlüß bei Celle. Deutschland habe daran einen hohen Anteil und wolle zudem seine Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen.

"Eine Erhöhung um 25 Milliarden Euro jährlich - was könnten wir alles damit tun, um für den inneren Frieden, für Gerechtigkeit und für das Klima zu sorgen?", fragte Krügener. Weltweit betrügen die Militärausgaben 1,6 Billionen Dollar. Würde das Geld anders verwendet, müsste niemand mehr hungern und alle Menschen könnten Schulen besuchen und bekämen eine Ausbildung. "Und Hunger ist immer noch eine der wesentlichen Gründe für Flucht." Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation seien etwa 15 Millionen Menschen wegen des Hungers auf der Flucht.

Krügener verwies darauf, dass Deutschland nach Informationen des Stockholmer Friedensforschungsinstitutes Sipri weltweit in der Liste der Rüstungsexporteure auf Platz fünf liegt. Die Rüstungsfirma Rheinmetall mit Sitz in Unterlüß zähle zu den größten Profiteuren. Das sei ein Irrweg, der verlassen werden müsse. Doch das geschehe nicht von allein.  Krügener rief deshalb dazu auf, sich zur Wehr zu setzen: "Gewaltfrei, mutig, fantasievoll."

Anlass für den Gottesdienst in Unterlüß war nach Angaben des evangelischen Gemeindepastors Wilfried Manneke Pläne von Rheinmetall, nach denen das Unternehmen in der Türkei eine Panzerfabrik bauen will. Das empöre Rüstungsgegner auch, weil sie befürchteten, dass die türkische Regierung Panzer gegen die eigene Bevölkerung und Regimekritiker einsetzen könnte.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen