Diakonie in Niedersachsen fordert Reform der Pflegeausbildung

Nachricht 12. Mai 2017
pflegerin_Haende
Eine Mitarbeiterin eines ambulanten Pflegedienstes misst einer Patientin den Blutzuckerwert. Bild: Werner Krüper/epd-bild

Hannover. Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege hat die Diakonie in Niedersachsen eine Reform der Pflegeausbildung gefordert. "Wir brauchen eine kompetente und moderne Ausbildung in der Pflege", betonte Vorstandssprecher Christoph Künkel am Freitag in Hannover. "Nur so können wir dem Fachkräftemangel begegnen." Den im April im Bundestag beschlossenen Kompromiss zur Reform der Ausbildung kritisierte Künkel als halbherzig. Eine durchgreifende Reform werde verzögert.

Die stationären Pflegereinrichtungen und auch die ambulanten Pflegedienste könnten künftig die Zahl der Pflegenden wegen des Fachkräftemangels nur noch ungenügend versorgen, warnte Künkel. Allein in Niedersachsen liege der zusätzliche Bedarf bis zum Jahr 2025 bei rund 10.000 bis 15.000 Fachkräften. Auch nach dem Kompromiss zur Vereinheitlichung der Pflegeausbildung gebe es getrennte Berufsabschlüsse von Alten- und Krankenpflegern. Dies verfestige den Zwei-Klassenstatus, weil in der Altenpflege das Gehalt niedriger sei.

"Wir brauchen dringend und sofort die generalistische Ausbildung in der Pflege", forderte der Diakoniechef. Der Kompromiss von Union und SPD sieht zwar vor, die drei Ausbildungsberufe zur Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege in den ersten beiden Jahren zu einer Pflegeausbildung zusammenzuführen. Im dritten Jahr können die Auszubildenden aber entscheiden, ob sie einen generalistischen Abschluss für alle drei Berufe oder einen spezialisierten Abschluss für einen der Berufe anstreben.

Die Diakonie in Niedersachsen bietet nach eigenen Angaben mehr als 11.500 Plätze in Alten- und Pflegeheimen an. Sie unterhält 103 Sozialstationen und ist damit einer der größten Anbieter in der Pflege in Niedersachsen.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen