Kirchen warnen vor medizinischem Machbarkeitswahn und Designerbabys

Nachricht 05. Mai 2017
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Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (Ostfriesland).   Bild: Jens Schulze

Lingen/Osnabrück. Der Emder Regionalbischof Detlef Klahr hat zum Auftakt der "Woche für das Leben" vor einem medizinischen "Optimierungs- und Machbarkeitswahn" gewarnt. "Nicht alles was geht, scheint auch geboten und nicht jede Planbarkeit dient dem Leben", sagte der leitende Theologe des evangelisch-lutherischen Sprengels Ostfriesland-Ems in seiner Eröffnungspredigt am Donnerstag in Lingen. Die Woche steht unter dem Motto "Kinderwunsch - Wunschkind - Designerbaby". In der Region beteiligen sich neben dem Sprengel auch das katholische Bistum Osnabrück und die evangelisch-reformierte Kirche.

Die diesjährige christliche Initiative setze sich mit den Wünschen nach einer sorgenfreien Schwangerschaft, einer glücklichen Geburt, einem gesunden Kind und einem guten Heranwachsen des Kindes auseinander, hieß es. Dabei gehe es auch um Fragen der reproduktionsmedizinischen Techniken und der diagnostischen Verfahren. Themen seien unter anderem das Erkennen genetischer Defekte und Krankheiten vor Implantation oder Geburt. Diskutiert würden zudem Fragen zur Veränderung der DNA eines Menschen und zum Einfrieren von Eizellen.

Der unerfüllte Wunsch nach einem Kind könne das Leben belasten und krank machen, sagte Klahr. Das oft über einen langen Zeitraum ins Leere gehende Sehnen nach einem Kind und die legitime Suche nach medizinischer Hilfe sei von den Kirchen ernst zu nehmen. "Seelsorgerliche, wertschätzende Begleitung ist ebenso wichtig, wie fachliche umfassende Beratung."

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen