Startseite Archiv Tagesthema vom 25. Oktober 2019

Freiräume und Auszeiten verteidigen

Die Darstellung der Archivmeldungen wird kontinuierlich verbessert. Sollten Sie Fehler bemerken, kontaktieren Sie uns gerne über support@systeme-e.de

Christinnen und Christen sollten sich nach Ansicht leitender niedersächsischer Theologen stärker für den Erhalt und Ausbau von Freizeit einsetzen. Die atemlose Arbeitseinstellung vieler Menschen in Deutschland sei mittlerweile ein "pathologisches Phänomen", kritisierte der Landesbischof Ralf Meister bei einer Debatte der Hanns-Lilje-Stiftung in der Kreuzkirche in Hannover. "Viele Menschen stehen kurz vor dem Burn-out und machen trotzdem immer weiter." Selbst unter Pastoren gelte es geradezu als Unding, noch über freie Arbeitszeiten zu verfügen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle wird Ihnen Inhalt von Youtube angezeigt. Klicken Sie auf "Inhalt anzeigen", wenn Sie damit einverstanden sind. Weitere Hinweise finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Inhalt von Youtube anzeigen
Landesbischof Ralf Meister, Prof. Dr. Christoph Dahling-Sander, Bischof Dr. Heiner Wilmer. Bild: Jens Schulze

"Ruhetag ist ein zentraler Appell der Bibel"

Christen müssten sich mit dem Thema befassen, da der Ruhetag ein zentraler Appell der Bibel sei, erläuterte Meister. Der Sabbat sei zudem das einzige der Zehn Gebote, das in der Heiligen Schrift begründet werde. Die wöchentlich "von Gott verordnete Auszeit" habe eine ungeheure Bedeutung. Christen müssten diese Freiräume verteidigen, betonte Meister. Gerade für Eltern sei es wichtig, dass sie mehr Zeit für ihre Kinder hätten. Doch der freie Sonntag gerate immer wieder unter Druck - etwa wenn Städte die Adventstage zu verkaufsoffenen Sonntagen umfunktionieren wollten.

Landesbischof Ralf Meister. Bild: Jens Schulze

"Innerer Schlüssel zur Balance"

Der katholische Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer sagte, der Sabbat sei "heilig" - und dies nicht nur im frommen, sondern auch im gesundheitlichen Sinne. Der Sonntag ermögliche den Menschen einen "heilsamen und zweckfreien Ruheraum" in jeder Woche. Unter dem heutigen Ansturm von Reizen, Daten und Nachrichten seien freie Zeit und Stille innere Schlüssel zur körperlichen Balance. Menschen müssten Arbeitstermine auch mal absagen. Jeder könne sich entscheiden, wie er selbst mit sich und seiner Gesundheit umgehen wolle. Er selbst sage immer häufiger "Nein" zu Einladungen und Veranstaltungsangeboten, erklärte Wilmer. "Ich versuche, meinen Körper ernst zu nehmen."

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen
Bischof Dr. Heiner Wilmer. Bild: Jens Schulze

Impressionen vom Lilje-Forum in der Kreuzkirche

Weitere Informationen