Kirche stärkt Influencer-Arbeit für glaubwürdige digitale Kommunikation

Martin Krarup
Bild: Jens Schulze

Social Media ist gekommen, um zu bleiben. Und das sollte auch für die Arbeit der Influencerinnen und Influencer der Landeskirche gelten. Zu diesem Ergebnis kommen die Ausschüsse für Theologie und Kirche sowie Öffentlichkeitsarbeit.

Dr. Martin Krarup (Sprengel Hannover), Vorsitzender der Ausschüsse, stellte den dritten Bericht zur Förderung und Begleitung von Social-Media-Angeboten in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers vor. „Was wir dort sehen, ist eine wirksame, glaubwürdige und theologisch verantwortete Form der Kommunikation des Evangeliums“, so der Synodale. Sie erreicht Milieus und Altersgruppen, die sonst nur schwer von kirchlichen Angeboten Kenntnis nehmen. 

Der Bericht zeigt auch, wie die kirchliche Kommunikation auf digitalen Kanälen theologisch verantwortet und professionell ausgestaltet wird und welche Potenziale eine Verstetigung dieser Arbeit jenseits eines Projektrahmens bietet. Laut Krarup verdeutlicht das seit 2023 laufende Projekt „Digitale Gemeinschaften“ eindrücklich, wie kirchliche Influencerinnen und Influencer Glauben und Theologie in sozialen Medien vermitteln und so neue Zielgruppen erreichen. 

Hervorzuheben sind die Profile von Quinton Ceasar und Ina Jäckel, die nach Erhöhung der Stellenanteile eine Zunahme ihrer Followerzahlen auf Instagram um 100 beziehungsweise 125 Prozent verzeichnen. Ceasar setzt sich schwerpunktmäßig mit gesellschaftlicher Verantwortung und Diversität auseinander, während Jäckel als Pastorin besonders Mütter und Familien anspricht. Auch weitere Influencer wie Christopher Schlicht oder das Format Anders Amen ergänzen das Angebot vielfältig.

Nach Ansicht der Ausschüsse sei offensichtlich: Es braucht einen gewissen Stellenumfang, aber es braucht auch die Verbindung von Social-Media-Auftritt mit dem analogen kirchlichen Leben als Markenkern, die den Erfolg der Angebote ausmachen.

Die Landessynode hatte bereits 2024 beschlossen, die Arbeit mit finanzieller Unterstützung und einer Ausweitung der Stellenanteile bis Ende 2026 fortzusetzen. Für eine nachhaltige Wirkung sei es entscheidend, die professionellen Rahmenbedingungen durch ausreichende Personalstellen und Begleitung zu sichern und die Netzarbeit kontinuierlich mit den Gemeindestrukturen zu verzahnen. So könne digitale Verkündigung sowohl inhaltlich glaubwürdig als auch wirkungsvoll sein und den kirchlichen Anspruch in der vernetzten Welt stärken.

Die Landessynode hat daraufhin den Bericht zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Landessynodalausschuss wird gebeten, das entsprechende Aktenstück an die 27. Landessynode weiterzuleiten, und es wurde vereinbart, die finanziellen Mittel für eine Verstetigung im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2027 und 2028 zu prüfen. Das Ergebnis der Abstimmung lag bei 60 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und einer Enthaltung.