Versorgung Schwerkranker und Sterbender ist möglich

Pressemitteilung 17. März 2005

Stellungnahme der Konföderation Evangelischer Kirchen in Nieder-sachsen und des Diakonischen Werks der Landeskirche Hannovers zum Gutachten „Palliativversorgung in Niedersachsen – Bestandsaufnahme und Empfehlungen zur Weiterentwicklung“


Ein vom Sozialministerium, den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Nieder-sachsen in Auftrag gegebenes Gutachten beleuchtet den Bedarf an palliativmedizinischer Ver-sorgung und gibt konkrete Handlungsempfehlungen für eine flächendeckende Versorgung Sterbender in Niedersachsen.

Die Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen und das Diakonische Werk der Han-noverschen Landeskirche begrüßen diese Initiative. Sie zeigt, dass auf allen Seiten die Not-wendigkeit gesehen wird, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Menschen ermöglichen, in der letzten Lebensphase Begleitung und Schmerzlinderung zu erfahren.

Unterstützt werden die Vorschläge des Gutachtens durch:
· Palliative-Care-Betten in Alten- und Pflegeheimen, Hospizen und Krankenhäusern mit palliativmedizinischer Versorgung,
· Palliativ-Stützpunkte mit einem Personalpool aus Ärzten, Pflegenden, Seelsorgern und ehrenamtlichen Hospizmitarbeitern in jedem Landkreis zur patientenorientierten ambu-lanten Versorgung,
· Palliativ-Beratungsdienste zur Unterstützung der Ärzte und Pflegenden in jedem Kran-kenhaus, das schwer kranke Menschen behandelt,
· Vermittlung von Grundkenntnissen der Palliativversorgung in der Aus-, Fort- und Wei-terbildung von Ärzten und Pflegenden.

Darüber hinaus wird es für notwendig gehalten, Palliativstationen in Krankenhäusern als regio-nale Kompetenzzentren zu erhalten und auszubauen.

Angesichts der auch von den Gutachtern festgestellten palliativmedizinischen Unterversorgung und der gesellschaftlichen Aufgabe, Bedingungen für ein würdiges Sterben zu schaffen, er-scheint es gerechtfertigt, die Empfehlungen in der vorgeschlagenen Weise umzusetzen, zumal für eine solche Umsetzung nur eine Steigerung der Gesundheitsausgaben in Niedersachsen von weniger als 0,1 % in Kauf genommen werden müsste.

Die Konföderation und das Diakonische Werk fordern die Auftraggeber des Gutachtens auf, nach dieser umfassenden Erhebung des Ist-Zustandes und zukünftigen Bedarfes zügig die vor-geschlagenen Schritte zur Verbesserung der Situation Sterbender einzuleiten. Die Konfödera-tion Evangelischer Kirchen in Niedersachsen wie auch das Diakonische Werk werden sich nach Kräften mit ihren Erfahrungen in der Seelsorge sowie in der ambulanten und stationären Pflege Sterbender an dieser Aufgabe beteiligen.

Weitere Informationen:
Pastor Dr. Ralph Charbonnier, Zentrum für Gesundheitsethik an der Ev. Akademie Loccum, Tel.: 0511/1241-477
Renate Keil, Referentin Ambulante pflegerische Dienste, Diakonisches Werk der Ev.-luth. Lan-deskirche Hannovers, Tel.: 0511/3604-256
Pastor Martin Ostertag, Beauftragter für Palliativmedizin und Hospizarbeit der Ev.-luth. Lan-deskirche Hannovers, Tel. 04131/159406


Diese Pressemitteilung wird von den Pressestellen des Diakonischen Werkes der Landeskirche und der Pressestelle der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen verbreitet.