Diakonie fordert Schritte gegen steigende Altersarmut

Nachricht 23. Januar 2023

Hannover. Angesichts der stetig ansteigenden Anzahl von Empfängerinnen und Empfängern einer Grundsicherung im Alter hat die Diakonie in Niedersachsen Konsequenzen gefordert. „Altersarmut ist keine Randerscheinung mehr, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagte der Vorstandssprecher der Diakonie in Niedersachsen, Hans-Joachim Lenke, am Montag in Hannover dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Am Wochenende hatte die Landesarmutskonferenz darauf hingewiesen, dass immer mehr Menschen auf die Grundsicherung im Alter angewiesen sind. Allein von Juni bis September 2022 sei ihre Zahl innerhalb von drei Monaten von 628.570 auf 647.515 gestiegen. Das sind 18.945 Personen mehr. Im Vorjahresvergleich zum September 2021 seien es sogar 68.420 Personen mehr in der Kategorie „Altersgrenze und älter“, die eine Grundsicherung beantragen mussten. Das entspreche einem Anstieg von rund zwölf Prozent.

Lenke zufolge sind die steigenden Lebensmittel- und Energiepreise sowie hohe Mieten in den städtischen Ballungsräumen für viele Rentnerinnen und Rentner fast nicht mehr zu stemmen. „Dass nach einem erfüllten Arbeitsleben die Rente nicht mehr zum Leben reicht, ist für ein so wohlhabendes Land wie Deutschland nicht tragbar.“

Eine deutliche Zuspitzung erfahre diese Krise zusätzlich, wenn Pflegebedürftigkeit ein Leben in einer Einrichtung notwendig mache. Die Selbstbeteiligung bei den Pflegekosten zehre selbst bei einer guten Rente häufig vorhandenes Vermögen auf, sodass unterstützende Sozialhilfe nötig werde. „Da braucht es eine schnelle und umfassende Reform der Pflegeversicherung“, unterstrich Lenke.

Der Vorstandsprecher forderte für die jetzigen Rentnerinnen und Rentner schnelle und pragmatische Lösungen. „Ein Inflationsausgleich oder eine gezielte Aufstockung der niedrigen Renten könnten diskutable Ideen sein.“ Um zukünftige Generationen vor Altersarmut zu bewahren, müsse in Bildung investiert werden. „Das ist die beste Versicherung gegen Armut.“

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen