Kirchenkreissynode beschließt Stellenpläne für 2023 bis 2028

Nachricht 21. Juni 2022

Superintendent Jeska: Meilensteine für die kommenden Jahre gesetzt

In ihrer 12. Sitzung hat die Synode des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Osnabrück den Stellenrahmenplan für die Zeit von 2023 bis 2028 und Konzepte für elf Handlungsfelder beschlossen. Weitere Themen in der Kirchenkreissynode (KKS) waren unter anderem der Ausblick auf die Fortsetzung des Zukunftsprozesses im Kirchenkreis, der Sachstandsbericht zum Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt, Berichte aus der Landessynode, 25 Jahre Notfallseelsorge, die Situation ukrainischer Geflüchteter sowie Informationen zum Ökumenischen Kirchentag 2023 in Osnabrück und zur Kirchenvorstandswahl 2024.

Kürzungsvorgaben der Landeskirche umgesetzt
„Wir haben wichtige Meilensteine gesetzt – für die inhaltliche Arbeit in den Feldern Verkündigung, Musik, Bildung, Kinder- und Jugendarbeit, Diakonie, Dialog, Gebäude, Leitung, Verwaltung und Kita sowie die Besetzung von Stellen“, fasste Superintendent Dr. Joachim Jeska die Entscheidung über die Konzepte für die Handlungsfelder sowie die Stellenpläne für die Gemeinden und den Kirchenkreis zusammen. Zuvor hatten die Delegierten in der KKS sehr einmütig den vorgelegten Planungen zugestimmt. Mit einer Gegenstimme und drei Enthaltungen nahm die KKS den Stellenrahmenplan für die Gemeinden an. Beim Plan für den Kirchenkreis enthielten sich vier KKS-Mitglieder. „Mit diesen Plänen haben wir die Kürzungsvorgaben der Landeskirche umgesetzt“, erklärte Diakonin Rita Steinbreder, Vorsitzende des Planungsausschusses. 

In erster Lesung hatte die KKS die Kürzungen in Gemeinden und Kirchenkreis bei der vorangegangenen Sitzung im April beraten. Jetzt stellte Steinbreder kleinere Änderungen in den Plänen vor und wies darauf hin, dass der Plan „die Rückmeldungen aus den Gemeinden fixiert.“ Ohne weiteren Diskussionsbedarf stimmten die KKS-Mitglieder jetzt den Planungen für 2023 bis 2028 zu. Superintendent Jeska und die Vorsitzende der KKS, Dr. Gisela Löhberg, dankten allen, die an der Erstellung der Konzepte und der Stellenrahmenpläne mitgewirkt haben. „Das hat viel Arbeit und viele Stunden Beratung gekostet“, hob Löhberg hervor.

Die Fortsetzung des 2019 begonnenen Zukunftsprozesses „Evangelisch-lutherische Kirche in Osnabrück 2030“ stellte Superintendent Jeska für den Herbst 2023 in Aussicht. Dann solle der wegen der Corona-Pandemie verschobene Zukunftskongress stattfinden. Die Vorbereitungen hierfür würden im Herbst dieses Jahres beginnen. Er bat darum, Ideen für ein biblisches Leitwort zu sammeln. 

Die Arbeit der Steuerungsgruppe Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt stellten die Koordinatorinnen Janneke Arendsen Hein und Meike Jacobs vor. Sexualisierte Gewalt werde häufig mit dem Bild eines Eisberges verglichen. Dieser sei nur zu einem kleineren Teil über der Meeresoberfläche sichtbar sei. Der deutlich größere Unterbau des Eisberges bliebe unter dem Wasser verborgen. „Wichtig ist, dass wir uns dieser Dimensionen bewusst sind“, sagte Meike Jacobs. Als weitere Schritte stünden Risiko- und Ressourcenanalyse, Betrachtung des Beschwerdemanagements, Schulungen, Sensibilisierung für Mitarbeitende, Partizipation und viele weitere Aspekte auf der Agenda der Steuerungsgruppe, berichtete Janneke Arendsen Hein.

Aus der letzten Sitzung der Jugendsynode und der Synode der Landeskirche Hannovers berichteten die Vertreter aus dem Kirchenkreis Osnabrück, Nils Unterderweide und Pastor Martin Steinke. Unterderweide lobte das Miteinander auf Augenhöhe bei der Jugendsynode, es habe viele Anregungen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegeben, die die Synodalen der Landeskirche mitgenommen hätten. Steinke schilderte Änderungen zum Kirchenvorstandswahlrecht, die ab 2024 greifen. Der Entwurf für die neue Kirchenkreisordnung sei vorgestellt worden. „Das digitale Beteiligungsverfahren hat viele Ergänzungen und Rückmeldungen gebracht, das ist eine sehr gute Möglichkeit, Gemeinden, Kirchenkreise und Einrichtungen in die Entwicklung einzubinden“, so Steinke. 

Auf „nicht ganz 25, aber fast 20 Jahre eigene Erfahrung in der Notfallseelsorge“ blickte Pastor Thomas Herzberg zurück. Im September 1997 sei die Notfallseelsorge im Raum Osnabrück aufgenommen worden, die ökumenisch organisiert sei. „Inzwischen lautet die Bezeichnung ‚psychosoziale Notfallversorgung‘. Dieser Begriff zeigt, dass es darum geht, Menschen zu stabilisieren, die eine schlimme Nachricht erhalten haben. Oft müssen wir aushalten, dass man gar nicht viel tun kann“, so Herzberg. An 365 Tagen im Jahr sei rund um die Uhr ein*e Mitarbeiter*in einsatzbereit, der*die über die Rettungsleitstelle von den Einsatzkräften bei der Feuerwehr oder Polizei angefordert werden könne. Zum Team gehörten drei Hauptamtliche und sieben Ehrenamtliche. 

Über die Situation Geflüchteter aus der Ukraine berichtete die KKS-Vorsitzende Dr. Gisela Löhberg im Auftrag der Diakonie Osnabrück Stadt und Land (DIOS). Die von der DIOS zur Verfügung gestellten Wohnungen im Landwehrviertel seien gut belegt, der Beratungsbedarf sei nach wie vor hoch. Wünschenswert wären weitere niedrigschwellige Angebote in Kirchengemeinden für Austausch und Orientierung, so Löhberg. Johannes Andrews, Vorsitzender des Vorstands der Evangelischen Stiftungen Osnabrück, erklärte, dass Materialkosten für die Betreuung Geflüchteter durch die Stiftungen übernommen werden und die Gemeinden entsprechende Anträge stellen könnten. 

Zum ökumenischen Kirchentag 2023 (Freitag, 16. Juni, bis Sonntag, 18. Juni) seien die Vorbereitungen „auf gutem Kurs“, berichtete Superintendent Jeska. Die Planungen liefen und das Programm wachse stetig. Zum Auftakt werde es eine lange Nacht der Kirchen und am Sonntag zum Abschluss einen Gottesdienst auf dem Marktplatz geben.

Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Osnabrück