Umweltaktion von „Focus Youth“, St. Andreas-Kirche und Harzklub Bad Lauterberg

Nachricht 09. Juni 2022

Der Vorher-Nachher-Effekt ist gewaltig!

Bad Lauterberg. Besonders an dem mit Graffitis besprühten und vermoosten Maschinenhaus gegenüber des Lauterberger Kurparks an der anderen Seite der Oder ist der Vorher-Nachher-Effekt gewaltig!

Die Bad Lauterberger Jugendgruppe „Focus Youth“ des EC Südharz hat am Samstag gemeinsam mit Volkmar Rudolph vom Harzklub Bad Lauterberg und einigen Mitgliedern des Kirchenvorstands der St. Andreas-Gemeinde eine Umweltaktion gestartet.

Treffpunkt war morgens im Kurpark, vor dem Maschinenhaus hatte die Malerfirma Eckstein durch ihren Mitarbeiter Alexander Rytzmann bereits Arbeitsmaterial zum Streichen bereitgestellt. Dieser leitete die Jugendlichen gekonnt an und vermittelte ihnen die richtige Vorgehensweise, um ein wahres Erfolgserlebnis zu ermöglichen. Außerdem wurde von den insgesamt fast 20 Helferinnen und Helfern rundherum fleißig Müll gesammelt und fachgerecht entsorgt. Als die Graffitis verschwunden waren und das Maschinenhaus in weiß erstrahlte, war es Zeit für ein Mittagessen im Café Movement. Das Essen und die Getränke an diesem Tag sponserte der Harzklub Bad Lauterberg. Anschließend ging es weiter zur Friedhofskapelle auf dem Bergfriedhof, wo Jens Marxen von der Kirchengemeinde St. Andreas eine traurige, geschichtliche Zusammenfassung zu den Zwangsarbeitern in Bad Lauterberg gab, die die Jugendlichen sehr berührte und zum Nachdenken brachte. Denn auf dem Gräberfeld liegen 109 namentlich bekannte Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus Weißrussland, Russland, Ukraine und Polen, die in den letzten drei Kriegsjahren von 1943 bis 1945 zur Arbeit in der Lauterberger Rüstungsindustrie gezwungen wurden und an Krankheit, Mangelernährung, Arbeitsüberforderung, Tötung sowie durch Unfälle starben – darunter sogar Kleinkinder. 

Schließlich nahmen alle Hacke, Drahtbürsten, Harke und Bürsten in die Hand und entfernten bis nachmittags Moos, Grünspan und Unkraut von den Grabsteinen der Zwangsarbeiter-Gräber auf dem Bad Lauterberger Friedhof, bis der ereignisreiche Tag mit einer Andacht seinen Abschluss fand. Eine gelungene Aktion, um die Stadt Bad Lauterberg für die Jugendlichen sowie alle Einwohner und Gäste noch schöner zu machen – das war die einhellige Meinung aller. So stellt zum Beispiel Jonathan, 18, fest: „Es ist schön, dass wir den Menschen noch einmal eine Ehre erweisen können und es ist cool, etwas für Bad Lauterberg zu machen. Toll zu sehen, was wir geschafft haben!“ Und Antonio, 18, ergänzt: „Cool zu sehen, wie viele sich hier engagieren, obwohl es nicht ‚ihr`s‘ ist. Das macht ja irgendwie auch nicht jeder, erst recht nicht in unserem Alter.“ Und Micha, 14, ist der Meinung: „Das stimmt. Aber wir haben Bock, etwas für die Stadt zu tun – und dieses Engagement wird gebraucht.“ Am Beeindruckendsten fand Johanna, 16, den oben beschriebenen Vorher-Nachher-Effekt. „In den Maleranzügen die bunten Graffitis überzustreichen und hinterher zu sehen, dass das Haus nach unserem Einsatz strahlendweiß ist – wow. Wir hoffen es hält lange an!“ Auch Kirchenvorstand und Harzklub waren sehr begeistert vom Arbeitseinsatz, Eifer und Durchhaltevermögen der Jugendlichen und würden sich sehr über eine Wiederholung sehr freuen. Denn die Grabsteine waren nicht nur stark bemoost, auch die Inschriften sind verwittert. „Wir sind sehr gerührt von dem tollen Engagement der Jugendlichen“, stellten Ursula Römeth und Jens Marxen fest. 

Über den EC Südharz
Der EC Südharz gehört zum Deutschen und Niedersächsischen EC-Verband (Entschieden für Christus e.V.) und kooperiert mit der St. Andreas-Kirchengemeinde in Bad Lauterberg, dem Jugenddienst des Kirchenkreises Harzer Land und der Evangelischen Gemeinschaft Südharz mit Standorten in Herzberg und Bad Lauterberg sowie dem Ohofer Gemeinschaftsverband. Das Projekt wird u.a. durch den „Fonds missionarische Chancen“ der Hannoverschen Landeskirche und die Stiftung Wertestarter gefördert. Auch gemeinsame Aktionen mit der JuKi Paulus, der Jugendkirche in der Bäderregion, haben bereits stattgefunden und werden weiter vorangebracht. 

Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Harzer Land