21 neue Wohnungen für obdachlose Menschen in Hannovers Innenstadt

Nachricht 02. Juli 2021

Hannover. In der Hagenstraße 36/38 fand jetzt die symbolische Schlüsselübergabe für 21 neue Sozialwohnungen für wohnungs- und obdachlose Menschen statt. Die ersten fünf Mieter konnten bereits einziehen. In den Räumlichkeiten war zuvor die Zentrale Beratungsstelle des Diakonischen Werkes Hannover angesiedelt, die heute nach einem Umzug in der Berliner Allee zu finden ist. 

Die Idee aus dem ehemaligen Sitz der Zentralen Beratungsstelle Wohnraum für wohnungs- und obdachlose Menschen entstehen zu lassen, hatte Lutz Jung, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Hannover. Gemeinsam mit dem ehemaligen Diakoniepastor und heutigen Stadtsuperintendenten Rainer Müller-Brandes und Thomas und Carl-Anton Payer, Eigentümer der Häuser in der Hagenstraße 36/38 entwickelte er die Idee weiter. „Wir haben uns gemeinsam an einen Tisch gesetzt und über die Nachnutzung der Immobilie nachgedacht. Schnell war klar: Wir wollten Wohnraum für Wohnungslose schaffen,“ so Lutz Jung. Ebenfalls schnell mit an Bord war die Soziale Wohnraumhilfe des Diakonischen Werkes Hannover mit Geschäftsführer Erik Haß. 

Die Brüder Payer beauftragten Bauträger Gundlach, Förderanträge mussten gestellt werden. „Es war eine glückliche Fügung, dass dieses Projekt gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Hannover, mit der Sozialen Wohnraumhilfe und mit dem Bauträger Gundlach verwirklicht werden konnte. Die Gedanken der Einrichtungen und der Sozialarbeiter wurden gleich in der Planung berücksichtigt,“ sagte Eigentümer Thomas Payer, Fa. C.A. Möller. „Wir sind stolz, dass wir einen sozialen Beitrag für die Situation der Wohnungslosen leisten konnten,“ ergänzte sein Bruder Carl-Anton Payer. 

Der Bauantrag wurde im Dezember 2018 gestellt; das Bauprojekt Ende Juni 2021 abgeschlossen. „Ungezählte Baufragen, Fenster, Schallschutz, schließlich sind wir in Deutschland, gleichzeitig eine geringe Miete und das Ganze muss sich ja auch rechnen: Eine Herausforderung nach der anderen- aber jetzt ist es geschafft,“ freute sich Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes. Die Wohnungen sind barrierefrei, zwei von ihnen sogar rollstuhlgerecht und werden zu einem Grundpreis von 5,60 pro Quadratmeter vermietet. Fast alle Wohnungen sind bereits vergeben.

An der Finanzierung des Projektes beteiligten sich die Stadt Hannover, das Land Niedersachsen und die Region Hannover. Bürgermeisterin Regine Kramarek sagte: „Der Bedarf dieser Stadt an sozialem Wohnraum ist riesig, nach wie vor. Wir müssen unbedingt weiter daran arbeiten, Wohnraum für wohnungslose Menschen zu schaffen. Dieses ist für alle Beteiligten ein soziales Referenzprojekt. Schön ist, dass auch gleich ein Beitrag zur Inklusion geleistet wird. Menschen müssen in ihrem Lebensumfeld untergebracht werden, daher begrüße ich die zentrale Lage“. Lutz Jung fügte hinzu: „Für diese Zusammenarbeit bin auch ich sehr dankbar. Aber die, die sich am meisten freuen werden, sind die, die demnächst hier ein Dach über dem Kopf haben werden.“ 

Hintergrund:
In Hannover leben etwa 4.000 Menschen ohne ausreichende eigene Wohnung oder Unterkunft. Im Jahresmittel schlafen etwa 500 Personen im Freien. Nachhaltiges Ziel der Sozialen Wohnraumhilfe gGmbH (SWH) ist die Vermeidung und Behebung von Wohnungslosigkeit durch Wohnungsakquise, Soziale Wohnungsverwaltung, Technische Dienste und Soziale Mieterbetreuung. Die SWH verwaltet rund 200 öffentlich geförderte Wohnungen in Hannover, Burgdorf und Langenhagen. Zur Verfügung steht vorwiegend Wohnraum für Einpersonenhaushalte. Vermietet werden diese Wohnungen an Personen, die unmittelbar von Wohnungslosigkeit betroffen, von Wohnungslosigkeit bedroht oder nur mit unzureichendem Wohnraum versorgt sind. Die SWH gewährleistet eine sozialpädagogische Beratung und persönliche Unterstützung der Mieterinnen und Mieter.

Öffentlichkeitsarbeit im Stadtkirchenverband Hannover/ Severine Bunzel