„Wie wollen wir Kirche sein?“ - Visitationen in Winsen und Fliegenberg

Nachricht 09. April 2021

Winsen. Die Wochen vor Ostern nutzte Superintendent Christian Berndt zu Visitationen in der Kirchengemeine St. Jakobus, Winsen, und in der Martin-Luther-Kirchengemeinde in Fliegenberg. Alle sechs Jahre stattet der Superintendent jeder Kirchengemeinde einen intensiven Besuch ab und führt mit einzelnen Menschen und Gruppen Gespräche zum Stand und zur Zukunft des Gemeindelebens.
 
Beim Besuch der St. Jakobus-Kirchengemeinde Ende Februar zeigte sich Superintendent Berndt sehr beeindruckt von der Energie, mit der die Verantwortlichen Gegenwart gestalten und Zukunft planen. Seit einer Klausurtagung des Kirchenvorstandes hat sich der Begriff der „Laborkirche“ etabliert, es dürfen Dinge ausprobiert werden. Im Zuge der Visitation wurde auch die Pfarrstelle neu ausgeschrieben. Pastor Ulrich Hahn wird Ende Juli nach 32 Jahren in der St. Jakobus-Kirchengemeinde in den Ruhestand verabschiedet. Die Verantwortlichen hoffen auf eine Neubesetzung im Herbst.
 
In Fliegenberg besuchte der Superintendent dann in den Wochen vor Ostern die zweitkleinste Kirchengemeinde des Kirchenkreises. Im Visitationsgottesdienst am Palmsonntag bedankte er sich für viele Gespräche auch über die Geschichte der Kirchengemeinde, die ihm noch einmal deutlich gemacht hätten, warum die Kirchengemeinde so „ticke“, wie sie es tue. Mit großem Selbstverständnis finanzieren die Fliegenberger über ihre Stiftung seit Jahren ein zusätzliches Viertel der Pfarrstelle. Zum ersten April letzten Jahres hat Pastorin Insa Sternhagen die Pfarrstelle angetreten. „Der Einführungsgottesdienst zu Ostern 2020 ist noch auf dem Youtube-Kanal des Kirchenkreises abrufbar. Ein seltsames Jahr war das, um in einer Kirchengemeinde neu heimisch zu werden“, sagte Sup. Berndt in seiner Ansprache in der Fliegenberger Kirche. „Ich hoffe sehr, dass es bald wieder möglich ist, was Fliegenberg ausmacht: Den Glauben im großen Kreis miteinander zu feiern; z.B. beim Stiftungsfest, Taufgottesdienst an der Elbe oder dem Gottesdienst zu Martinstag.“
  
In beiden Kirchengemeinden geht es intensiv um die Weichenstellungen für die Zukunft. In den Jahren bis 2028 wird der Kirchenkreis ca. 15% an finanzieller Leistungsfähigkeit verlieren. Angesichts dieses Trends geht es in allen Kirchengemeinden um die Frage: „Wie wollen wir in Zukunft Kirche sein?“ Bei dieser Frage wünscht sich der Superintendent noch mehr Interesse und Unterstützung durch die „normalen“ Kirchenmitglieder: „Oft werden sehr diffuse Erwartungen an Kirche geäußert. Ich erlebe in den Kirchengemeinden ein großes Engagement, Menschen auch in diesen Pandemie-Zeiten nahe zu sein. Gleichzeitig überlegen die Verantwortlichen, wie sie Kirche vor Ort in Zukunft gestalten wollen. Dazu ist wichtig, dass Gemeindeglieder ihre Erwartungen auch konkret gegenüber den Verantwortlichen äußern. Das erleichtert Zukunftsplanung.“ 
 
Die nächste Visitation im Kirchenkreis steht nach den Sommerferien in der Kirchengemeinde Ramelsloh an.

Öffentlichkeitsarbeit im Kichenkreis Winsen