Pfadfinder holen Friedenslicht aus Bethlehem nach Walkenried

Nachricht 21. Dezember 2020

Flamme der Hoffnung in einer düsteren Zeit

Friedenslicht 2020_Kloster Walkenried
Am vergangenen Sonntag entzündeten die evangelischen Pfadfinder aus Walkenried zahlreiche Kerzen mit dem Friedenslicht. Foto: Christian Dolle

Harzer Land. Während es langsam dunkler wurde, erstrahlten die Kerzen vorm Kloster in Walkenried umso heller. Den Menschen, die sich auf dem Vorplatz versammelt haben, tat das Licht gut und auch die Gemeinschaft, die Trost spendet in einer so unsicheren Zeit. Zudem ist es nicht irgendein Kerzenschein, sondern das Friedenslicht, das alljährlich von Bethlehem aus um die Welt geht.

Nach Walkenried kam es über Göttingen, normalerweise mit dem Zug, wo die Pfadfinder vom Stamm Adelheid von Walkenried es am Bahnhof in Empfang nehmen. In diesem Jahr musste es jedoch per Auto weitergetragen werden, auf der Reise von Österreich nach Deutschland wurde es aufgrund des Reiseverbotes auch schon direkt an der Grenze von einer Kerze auf die nächste übertragen.

Auch die evangelischen Pfadfinder hielten Abstand und trugen Masken, doch auf die Aktion selbst wollten sie am dritten Adventssonntag dennoch nicht vollkommen verzichten. „Normalerweise gehen wir durch den Ort und klingelt überall dort, wo wir wissen, dass Menschen einsam sind oder einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften hatten“, erzählte Philipp Seeger. Doch auch der kleine Tisch auf dem Klostervorplatz zog viele Menschen an, sie sind dankbar für die symbolische Geste, die so viel Verbindendes hat.

Die Walkenrieder Pfadfinder gibt es übrigens seit 2004 und bereits seit mehr als zehn Jahren tragen sie die Flamme aus der Geburtsgrotte Jesu in den Südharz. Die Mitglieder kommen aus Walkenried, aus Bad Sachsa, Hohegeiß und Osterhagen (weiterer Nachwuchs ist immer willkommen) und sie spürten an diesem Tag nur allzu deutlich, wie vielen Menschen sie mit ihrer Aktion so viel mehr gaben als sich mit Worten beschreiben lässt.

Das Friedenslicht reist natürlich auch in andere Orte, so beispielsweise auch nach Lasfelde. Dort sollte am kommenden Sonntag, dem vierten Advent eine Aktion der Kirchengemeinde St. Simon und Judas stattfinden, die jedoch wegen des Lockdowns und der Rücksicht auf die Vorsichtsmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie abgesagt wurde. Dennoch erstrahlt das Friedenslicht in der Lasfelder Kirche.

Wenn am Heiligabend die Kirche von 15 bis 17 Uhr geöffnet ist, kann natürlich jeder eine windgeschützte Kerze mitbringen und sein Friedenslicht dort entzünden. Ebenso erstrahlt die Flamme aus Bethlehem beispielsweise auch an der Kreuzkirche in Osterode, wo am Heiligabend von 15.30 bis 17 Uhr ein Spaziergang unter dem Motto „Lasst uns nun gehen nach Bethlehem - das Friedenslicht von Bethlehem holen“ geplant ist. Egal, wie düster die Zeiten auch scheinen mögen, die Hoffnung der Weihnachtsbotschaft findet ihren Weg zu den Menschen dennoch.

Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Harzer Land