Hannoversche Landeskirche will Kulturkirchen weiter fördern

Nachricht 25. November 2020

Hannover. Die Kulturkirchen in der hannoverschen Landeskirche sollen weiter gefördert werden. Die große Mehrheit der Synode votierte am Mittwoch dafür, das entsprechende Programm ab 2021 in der jetzigen Form für weitere vier Jahre bis 2026 fortzusetzen. "Was die Leistungen der Kulturkirchen angeht, gehen manche von ihnen über einen Projektstatus weit hinaus", sagte die Synodale und Vorsitzende des Ausschusses für Kirchenmusik und Kultur, Marianne Gorka. "Was als Innovation begann, hat sich etabliert." Daher solle die Arbeit weiter verstetigt werden.

Die Kulturkirchen seien Orte, die kirchliches Leben verdichteten und christlichen Glauben schärften, indem sie beides ins Gespräch brächten mit zeitgenössischer Kunst und Kultur. "Sie leisten damit einen Beitrag für die Bewältigung unserer eigenen, kirchlichen, aber auch der gesamtgesellschaftlichen Transformationsprozesse, denen wir uns gemeinsam ausgesetzt sehen", unterstrich Gorka. Im Beschluss der Landessynode heißt es: "Die Förderung der Arbeit der signifikanten Kulturkirchen soll fortgeschrieben werden. Der Wettbewerb dazu soll noch in diesem Jahr in die Ausschreibung gehen."

Wettbewerbsunabhängig soll nach dem Willen der Synode in der kommenden Förderperiode das Literaturhaus St. Jakobi unterstützt werden. Dort gebe es ein tragfähiges gemeinde- und personenunabhängiges Konzept und ein klares Alleinstellungsmerkmal. Gorka stellte klar, dass mit dieser gesonderten Förderung allerdings keiner anderen Kulturkirche Mittel fehlen werden.

Die hannoversche Landeskirche unterstützt seit 2013 gemeinsam mit der Hanns-Lilje-Stiftung die Kulturarbeit in ausgewählten Kirchen. Dabei wurden bislang vier "signifikante Kulturkirchen" mit jeweils 50.000 Euro jährlich für vier Jahre gefördert. Darüber hinaus erhielten dreizehn Kulturprojekte bisher jährlich jeweils 7.500 Euro. Das Geld stammt aus einem speziellen Kulturfonds. Zu den ausgewiesenen Kulturkirchen in der Landeskirche zählen zurzeit die Markuskirche in Hannover, St. Jakobi in Hildesheim, St. Johannis in Buchholz in der Nordheide und die Pauluskirche in Bremerhaven.

Die Landessynode, das Kirchenparlament, tagt bis zum Freitag. Erstmals in der Geschichte der Synode schalten sich die 79 Delegierten und weitere Teilnehmer angesichts der Corona-Pandemie zu einer Videokonferenz zusammen. Die hannoversche Landeskirche ist mit 2,4 Millionen Mitgliedern in 1.235 Gemeinden zwischen Göttingen und der Nordsee die größte evangelische Kirche in Deutschland. Ihr sind drei Viertel aller evangelischen Kirchengemeinden in Niedersachsen angegliedert.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen