Kirchen in Hannover erinnern an verstorbene Wohnungslose

Nachricht 17. November 2020

Hannover. In Hannover sind in diesem Jahr nach Angaben der Kirchen rund 140 Menschen aus der Wohnungslosenszene gestorben. Das sind doppelt so viele wie im vergangenen Jahr, wie die evangelische und die katholische Kirche am Montag gemeinsam mitteilten. Für sie gestalten der evangelische Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes und der katholische Propst Christian Wirz am Mittwoch (Buß- und Bettag) gemeinsam mit einem Mitarbeiter-Team eine ökumenische Trauerandacht. Sie beginnt um 9.30 Uhr vor dem Kontaktladen "Mecki" für Wohnungslose in der Nähe des Hauptbahnhofs.

Immer mehr verstorbene Menschen erhielten eine anonyme Bestattung, die vom Ordnungsamt organisiert werde, hieß es. Dabei gebe es für Nahestehende keine Möglichkeiten, Abschied zunehmen. Bei der Trauerandacht hätten Freunde und Weggenossen von Verstorbenen aus der Wohnungslosenszene die Möglichkeit, noch einmal Abschied zu nehmen. Dabei soll draußen vor dem Kontaktladen ein Kreuz auf Tüchern auf dem Boden liegen, auf dem die Andachtsteilnehmer Kerzen abstellen können.

Die Zahl der Wohnungslosen in Hannover wird auf bis zu 4.000 geschätzt, von denen einige Hundert im Freien übernachten. Es ist die größte Wohnungslosenszene in Niedersachsen.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen