"Neues Wir-Gefühl": Muslime sehen in der Corona-Pandemie auch Chancen

Nachricht 02. Oktober 2020

Bremen. Zum bundesweiten "Tag der offenen Moschee" wollen am Samstag (3. Oktober) in Bremen und Bremerhaven viele muslimische Gotteshäuser ihre Türen für Besucherinnen und Besucher öffnen. Unter dem Motto "Glaube in außergewöhnlichen Zeiten" setzen die Moschee-Gemeinden auf Begegnung, Austausch und gegenseitiges Kennenlernen und sehen in der Pandemie auch Chancen. "Abstand, Maske, Desinfektion - das gilt in diesen außergewöhnlichen Zeiten auch für Moscheen", sagte am Donnerstag Ekrem Kömürcü vom Bremer Regionalverband der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG).

Aus muslimischer Perspektive sei die Corona-Pandemie Prüfung und Chance zugleich, führte Kömürcü aus. Sie betreffe nicht nur eine bestimmte Gruppe, sondern unterschiedslos alle Mitglieder der Gesellschaft. "Unabhängig vom jeweiligen Glauben und dessen Intensität, Sprache, Herkunft, beruflichem oder sozialem Status sehen wir uns alle mit den gleichen Schwierigkeiten, Ängsten und Nöten konfrontiert - in diesem Sinne hat die Krise etwas Verbindendes, sie schafft ein neues Wir-Gefühl."

Die religiöse Praxis in den Moscheen habe sich unter dem Eindruck der Pandemie und dem Gebot der sozialen Distanz erheblich verändert. Darüber könnten sich Besucher beim "Tag der offenen Moschee" informieren. Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sagte in einem Grußwort, Unkenntnis sei oft ein Grund für Misstrauen und Vorurteile. "Einander begegnen und sich kennenlernen sind hingegen der Schlüssel für ein gutes und respektvolles Miteinander."

Vom IGMG-Regionalverband beteiligen sich Görüs zufolge zwölf Moscheen an der Aktion, davon je ein Gebetshaus in Bremerhaven, Rotenburg, Delmenhorst, Nordenham und Achim. Wer eine Moschee besuchen will, ist aufgefordert, die üblichen Corona-Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen