Corona und Senioren: Auswirkungen der Krise

Nachricht 21. Juli 2020

Hannover/Loccum. Die Corona-Krise hat gezeigt, wie schmal der Grat zwischen der Fürsorge und Ausgrenzung der älteren Generation in unserer Gesellschaft sein kann. Ein neuer Podcast „Senior*innen in der Corona-Krise“ der Evangelischen Akademie Loccum und der Projektstelle Alternde Gesellschaft und Gemeindepraxis im Haus kirchlicher Dienste (HkD) beschäftigt sich in Video-Gesprächen tiefer mit den Folgen der Krise für Seniorinnen und Senioren. Die Reihe ist in Kooperation mit der Akademie des Versicherers im Raum der Kirchen (VRK) entstanden.

Den Blick auf die Älteren verändern

Seniorinnen und Senioren verdienen in der Corona-Krise besondere Aufmerksamkeit. Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs ist in dieser Bevölkerungsgruppe besonders hoch, viele Maßnahmen haben zum Ziel, die Älteren zu schützen. Zugleich bewegen sich die Maßnahmen zwischen notwendigem Schutz und Bevormundung, zwischen Solidarität und Ausgrenzung. Wo verlaufen diese Grenzen? Welche Potentiale gehen der Gesellschaft verloren, wenn Sie nicht auf die Einschätzung der Älteren hört? Was sind die speziellen Ressourcen, die ältere Menschen zur Bewältigung der Krise beisteuern können? Darüber spricht Dr. Christian Brouwer, Studienleiter für Theologie und Ethik an der Evangelischen Akademie Loccum mit dem Psychologen Prof. Dr. Dr. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg in der ersten Folge des Podcasts.

Zum Gespräch mit Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Kruse:

https://www.youtube.com/watch?v=UIt9cyi-ybM&feature=youtu.be

Engagement der Kirchengemeinden

In der zweiten Podcast-Folge spricht Dr. Brouwer mit Dr. Dagmar Henze von der HkD-Projektstelle Alternde Gesellschaft und Gemeindepraxis über Seniorenarbeit in den Kirchengemeinden. Seniorenkreise, Altennachmittage, Besuchsdienstarbeit – große Teile der traditionellen Arbeit mit Älteren in der Kirche sind durch die Covid-19-Krise unmöglich geworden. Wie können die Kirchengemeinden diese Personengruppe trotzdem erreichen? Welche alternativen Arbeitsformen gibt es? „In der Krise und darüber hinaus ist es eine wesentliche Aufgabe, an zuvor eingeübte Differenzierungen – z.B. zwischen der ‚dritten‘ und ‚vierten‘ Lebensphase – zu erinnern“, so Henze. Wie das gelingen kann und wie sich diese Differenzierungen in der kirchlichen Arbeit spiegeln, zeigt sie an Beispiel-Projekten aus Kirchengemeinden.

Zum Gespräch mit Dr. Dagmar Henze:

https://www.youtube.com/watch?v=zQI5yNtlfSA&feature=emb_logo

Der Video-Podcast ist zudem abrufbar unter:

https://www.kirchliche-dienste.de/arbeitsfelder/seniorinnen-und-senioren/startseite/CoronaKrise

Das Haus kirchlicher Dienste unterstützt und ergänzt als übergemeindliche Einrichtung die Arbeit der Kirchengemeinden in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Aktuelle Themen und Fragestellungen werden hier aufgegriffen und zentral bearbeitet, so dass die Inhalte für die kirchliche Arbeit vor Ort zur Verfügung stehen. Zu den wesentlichen Aufgaben der Referentinnen und Referenten gehören die Entwicklung und Bereitstellung von Materialien, die Weiterbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen, die individuelle Beratung sowie der inner- und außerkirchliche Dialog.

Öffentlichkeitsarbeit im HkD