Friedensbeautragter zum Tag der Befreiung: Religionen als Friedensstifter und Brückenbauer der Versöhnung

Nachricht 28. April 2020

Hannover. Der 8. Mai 1945 gilt als offizielles Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa und als „Tag der Befreiung vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“ Diesen Begriff prägte erstmals der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestag 1985. Mehr als 60 Millionen Menschen starben, weite Teile Europas waren nach 1945 zerstört: Bis heute hat der zweite Weltkrieg tiefgreifende Spuren hinterlassen. Pastor Lutz Krügener, Friedensbeauftragter der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers im Haus kirchlicher Dienste zum 75. Jahrestag:

„Der 8. Mai 1945, das Ende des 2. Weltkriegs in Europa, war vielleicht der wichtigste Tag des letzten Jahrhunderts“, sagt Krügener. „Das nationalsozialistische Deutschland hatte durch seinen Angriffs- und Vernichtungskrieg sowie die systematische Ermordung der europäischen Juden Tod und Leid in einem nicht gekannten Ausmaß in die ganze Welt gebracht. Das Wissen und die Erinnerung an diese Zeit gilt es wach zu halten, damit Faschismus in unserem Land keinen Nährboden findet und von Deutschland nie wieder ein Krieg ausgeht.

Heute, 75 Jahre später, können wir diesen Tag als Tag der Befreiung feiern und dürfen in Deutschland und vielen Ländern Europas ohne unmittelbare Kriegserfahrungen leben. Aber Kriege bleiben bis heute weltweit die Hauptursache für Leid und Flucht. Weiterhin führen Rassismus und Machtstreben auf Kosten anderer zu Unterdrückung und Kriegen, dies gilt es im 21. Jahrhundert zu überwinden.

Auch die Corona-Pandemie sollte uns eine Lehre sein, dass nur weltweite Empathie und Solidarität helfen können, die Herausforderungen dieser Zeit zu bestehen. Wir dürfen die Ressourcen, das Geld und die Intelligenz nicht weiter in Aufrüstung verschwenden; wir brauchen diese an so vielen lebensfördernden Stellen. Die Religionen müssen hier die Rolle der Friedensstifter einnehmen, Brücken der Versöhnung bauen und die gesamte Schöpfung im Blick haben. Deutschland darf durch Rüstungsexporte nicht an Kriegen verdienen und diese anheizen. Diese Lehren gilt es, aus den Schrecken der Vergangenheit zu ziehen. Deshalb ist es wichtig, dass dem 8. Mai 1945 auch in Gottesdiensten und vielfältigen anderen Formen gedacht wird.“

Das Haus kirchlicher Dienste unterstützt und ergänzt als übergemeindliche Einrichtung die Arbeit der Kirchengemeinden in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Aktuelle Themen und Fragestellungen werden hier aufgegriffen und zentral bearbeitet, so dass die Inhalte für die kirchliche Arbeit vor Ort zur Verfügung stehen. Zu den wesentlichen Aufgaben der Referentinnen und Referenten gehören die Entwicklung und Bereitstellung von Materialien, die Weiterbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen, die individuelle Beratung sowie der inner- und außerkirchliche Dialog.

Öffentlichkeitsarbeit im HkD