Bischöfe rufen zu Ostern zu Hoffnung und Zuversicht auf

Nachricht 13. April 2020
Bild: Jens Schulze

Hannover/Bremen. Angesichts der Corona-Pandemie haben evangelische und katholische Bischöfe und leitende Theologen in Niedersachsen und Bremen zu Ostern zu Hoffnung und Zuversicht aufgerufen. Die Botschaft von der Auferstehung Jesu stehe für den Sieg des Lebens über den Tod, betonten sie in ihren Predigten zum Ostersonntag. Auch äußerlich beeinflusste die Corona-Krise die Feiern. Die Kirchen blieben für öffentliche Gottesdienste geschlossen. Die Bischöfe predigten vor weitgehend leeren Reihen, Gottesdienste wurden im Internet gestreamt und im Hörfunk übertragen.

Landesbischof Ralf Meister sprach am Ostersonntag vom Herrenhäuser Friedhof in Hannover zu den Menschen. Der Friedhof sei ein geeigneter Ort, um die Auferstehung zu feiern, sagte der evangelische Bischof. Menschen stünden auch in der Krise jeden Tag sichtbar gegen den Tod. Meister unterstrich das Verbindende der Feier in den Zeiten, in denen persönliche Kontakte vermieden werden sollen. "Nehmen Sie die Erinnerungen an all die Osterfeiern, die Sie hatten, in der kleinen Familie oder in der großen Familie, vielleicht auch allein oder zu zweit und legen Sie sie zusammen an diesem Morgen in die Gemeinschaft aller, die mit uns feiern."

In einem von NDR-Info übertragenem Gottesdienst sagte der Hildesheimer katholische Bischof Heiner Wilmer: "Nichts ist mehr so wie es noch vor ein paar Wochen war." Die Sehnsucht nach einer Erlösung sei bei allen Menschen da, der Wunsch nach einem "Exit" aus dem "Shutdown". Zugleich unterstützten weltweit Menschen einander. "Viele machen anderen Mut." Erstmals wendeten sich Meister und Wilmer auch in einer gemeinsamen Osterbotschaft an die Menschen, die im Hildesheimer Dom aufgenommen und unter anderem auf YouTube übertragen wurde.

Der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns rief in seiner aus dem Braunschweiger Dom gesendeten Predigt zu Hoffnung auf: "Lassen Sie uns trotz allem, was wir derzeit erleben, an dieser Zuversicht festhalten."

Der Oldenburger Bischof Thomas Adomeit sprach von der Welle der Hilfsbereitschaft, die sich in diesen Tagen zeige. Zugleich bestimmten bedrängende Bilder vom Leiden und Sterben derzeit das Leben. "Es ist ein Virus, das näher kommt, Menschen erreicht, die uns nahe sind", sagte der evangelische Bischof. Dabei reiche der Blick auch in die europäischen Krankenstationen und die Flüchtlingslager vor den Toren Europas.

Der evangelisch-reformierte Kirchenpräsident Martin Heimbucher rief zur Solidarität mit Pflegerinnen auf. Weil es nicht genug Schutzausrüstungen gebe, setzten sich diese Frauen einem erhöhten Ansteckungsrisiko aus, sagte er in Leer.

Der leitende Bremer Theologe Bernd Kuschnerus sagte in einem Online-Gottesdienst, auf der einen Seite gebe es durch die Corona-Krise Zerbrechlichkeit, Angst und Sorgen. Zugleich engagierten sich Menschen für andere. Der schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke unterstrich: "Ich hoffe sehr, dass viele Menschen in diesem Jahr Wege finden, Bedürftigen und Traurigen in ganz besonderer Weise nahe zu sein."

Der Osnabrück Bischof Franz-Josef Bode sagte in der Osternachtfeier im Osnabrücker Dom, die Osterbotschaft angesichts existenzieller Ängste vieler Menschen zu verkünden, sei eine ganz besondere Herausforderung. "Das Halleluja möchte einem im Hals stecken bleiben." Doch Ostern ermutige dazu, "eben doch mehr Leben in allem zu entdecken als das, was dagegen spricht".

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen