Ein altes Telefon (Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay)

Ein Telefonat zu Corona...mit Konfirmanden-Teamerin Jannika Busch

Nachricht 20. März 2020

Jannika, Du gehst in die 11. Klasse eines Celler Gymnasiums. Wie erlebst Du die aktuelle Lage ohne Unterricht, ohne Treffen mit Freunden?
Zunächst einmal fühlt es sich wie Ferien an, aber es sind ja keine. Wir kriegen von der Schule Aufgaben: Mehr als Hausaufgaben, aber deutlich weniger Stoff als im Unterricht. Das unterscheidet sich von Fach zu Fach. In Englisch etwa haben wir bis Ferienende feste Aufgaben bekommen, in anderen Fächern kommen immer neue Sachen. Die Kommunikation läuft über ein eigenes E-Mail-System. Mit Freunden treffe ich mich inzwischen nicht mehr, man kann ja auch ohnehin nichts gemeinsam machen -  alles hat zu. Wir schicken uns Videos, chatten und telefonieren.

Du bist auch in der lokalen Kirchengemeinde engagiert - und als Teamerin direkt betroffen von der Verschiebung der Konfirmationen.
Das stimmt. Nach meiner eigenen Konfirmation war ich in einem Jugendtreff unserer Gemeinde engagiert, zudem bin inzwischen im zweiten Jahr Teamerin für die Konfirmandenarbeit. Bis zu zweimal im Monat gestalten wir Samstage, dazu einmal im Jahr eine Freizeit - das Highlight schlechthin für viele Jugendliche. Die Freizeit hat auch im letzten Herbst stattgefunden. Aber die Konfirmationen, die eigentlich für Ende April geplant waren, sind nun auf den Sommer oder gar Herbst verschoben.

Wie haben die Jugendlichen die Verschiebung aufgenommen?
Wir hatten gerade erst am letzten Samstag einen Konfertag. Der hat dann noch stattgefunden. Aber der Gottesdienst für den darauffolgenden Sonntag, den wir da vorbereiten wollten, hat schon nicht mehr stattgefunden. Wir haben dann gemerkt, dass unter den Jugendlichen die Stimmung komisch war. Allen war ein bisschen mulmig zumute. Unser Pastor hat mit den Eltern einen Abend gemacht, dort waren die Meinungen durchaus gespalten. Viele hätten sich wohl gewünscht, dass der Terminplan nicht geändert wird. Aber es ist nun einmal so, wie es ist.

Haben Sie als Teamerin weiter Kontakt zu den Konfirmanden?
Durchaus. Mit ein paar von denen schreibe ich auf WhatsApp, die fragen auch immer mal wieder nach, wie es aussieht. In unserer Gemeinde gibt es seit Kurzem eine Einkaufs-Hotline, da kümmern sich Freiwillige. Wir als Teamer helfen auch mit, um Leute in Quarantäne zu unterstützen. So kann man diese leere Zeit auch sinnvoll füllen. Das alles ist schon nervig, aber andererseits auch richtig: Wenn man so weitermachen würde wie vorher, könnte sich das Virus sicher noch weiter verbreiten.

Alexander Nortrup