Bischofsrat bittet Gemeinden: "Seid füreinander da"

Nachricht 17. März 2020

Hannover. Angesichts der sich weiter ausbreitenden Corona-Pandemie wendet sich der Bischofsrat der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit einem Brief an alle Gemeinden und kirchliche Einrichtungen. "Diese Pandemie bringt eine an die Machbarkeit gewöhnte Gesellschaft an ihre Grenzen", heißt es in dem am Dienstag versendeten Schreiben. Die Lage mit massiven Einschränkungen in die Freiheiten aller Menschen sei eine Demutserfahrung. Umso wichtiger sei es, dass Christinnen und Christen besonnen blieben: "Den meisten von uns geht es gesundheitlich gut." Zu der Landeskirche gehören drei Viertel aller evangelischen Gemeinden in Niedersachsen.

Während viele Menschen gelassen mit der Situation umgingen, lebten dennoch andere in voller Sorge oder auch in tiefer Angst, schreibt der Bischofsrat: "Wir wollen ganz besonders in den kommenden Wochen eine seelsorgerliche Kirche sein." Aktuell entstünden Telefon-Hotlines, die Chatseelsorge weite ihre Präsenz aus, und die Telefonseelsorge werde verstärkt nachgefragt. In Windeseile arbeiteten Gemeinden landauf und landab an alternativen Möglichkeiten, "wie Menschen einander nahe sein können, wenn physische Distanz das Gebot der Stunde ist". Alle könnten viel tun für den Zusammenhalt sowie gegen Angst und Einsamkeit.

Der Bischofsrat der hannoverschen Landeskirche besteht mit Petra Bahr, Hans Christian Brandy, Eckhard Gorka, Detlef Klahr, Birgit Klostermeier und Dieter Rathing aus den leitenden Geistlichen der sechs Kirchensprengel. Den Vorsitz hat Landesbischof Ralf Meister. Die Theologen schließen ihr Schreiben mit dem Appell: "Wir bitten euch, seid füreinander da. Ruft die an, von denen ihr nichts hört. Bleibt als Geschwister verbunden. Seid freundlich miteinander, wenn die Nerven zwischendurch blank liegen."

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen