Equal Care Day 2020: Familiäre Pflege

Nachricht 24. Februar 2020

Ein vorprogrammierter Weg in die Altersarmut?

Hannover. Anlässlich des Equal Care Day 2020 laden das Frauenwerk und die Gleichstellungsbeauftragte der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers am 29. Februar um 11 Uhr zu einem Frühschoppen ins Haus kirchlicher Dienste (HkD). Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Vortrag von Katja Knauthe. Die Soziologin an der Hochschule Zittau/Görlitz, die jüngst ein Gutachten zur Pflege veröffentlicht hat, stellt einen Status quo-Bericht „Altersarmut von Frauen durch häusliche Pflege“ Sie gibt wichtige Impulse für ein weiterführendes Verständnis familiärer Sorgearbeit und lädt zur Diskussion über noch zu bewältigende Hürden ein.

„In der Diskussion am 29. Februar soll es um die Situation von Frauen gehen, die in der Familie Care-Arbeit leisten – in der Erziehung, im Haushalt und nicht zuletzt in der häuslichen Pflege von pflegebedürftigen Angehörigen“, sagt Franziska Müller-Rosenau, Landespastorin für die Arbeit mit Frauen. „In Deutschland ist die Familie nach wie vor für die Sicherstellung der Kinderbetreuung und Altenpflege zuständig. Insbesondere Frauen, die unbezahlte Sorgearbeit leisten, sind häufig überlastet, ausgebrannt und zusätzlich durch finanzielle Einbußen bei der Altersversorgung benachteiligt. Wir finden, dass hier dringend ein Umdenken und Umsteuern in Politik und Gesellschaft notwendig ist.“

Der Equal Care Day ist eine Initiative von klische*esc e.V. und ruft zu einem internationalen Aktionstag auf, um auf mangelnde Wertschätzung und unfaire Verteilung von Care-Arbeit aufmerksam zu machen. Er soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass Care-Arbeit und Pflege, Care-Arbeiter*innen und Sich Kümmernde in unserer Gesellschaft allzu oft schlecht bis gar nicht honoriert werden.

Das Haus kirchlicher Dienste unterstützt und ergänzt als übergemeindliche Einrichtung die Arbeit der Kirchengemeinden in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Aktuelle Themen und Fragestellungen werden hier aufgegriffen und zentral bearbeitet, so dass die Inhalte für die kirchliche Arbeit vor Ort zur Verfügung stehen. Zu den wesentlichen Aufgaben der Referentinnen und Referenten gehören die Entwicklung und Bereitstellung von Materialien, die Weiterbildung von Haupt- und Ehrenamtlichen, die individuelle Beratung sowie der inner- und außerkirchliche Dialog.

Öffentlichkeitsarbeit im Haus kirchlicher Dienste