Kirchengemeinden bauen auf vielerlei Wegen überhängige Flächen ab

Nachricht 22. Juli 2019

Der Abschied von alten Gemeindehäusern eröffnet oft neue Möglichkeiten

Hildesheim. Es hat sich schon viel bewegt, seitdem der Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt im Februar 2018 seinen Gebäudebedarfsplan verabschiedet hat. Durch Verkauf und Vermietung, Umnutzung und Umbauten haben die Gemeinden begonnen, überzählige Flächen in ihren Gemeinde- und Pfarrhäusern abzubauen. Notwendig geworden ist das, weil die Zahlen der Gemeindemitglieder schrumpfen, Anzahl und Größe der Immobilien daher oft nicht mehr angemessen und deren Unterhaltung nicht mehr finanzierbar ist. Denn auch die Zuweisungen der Landeskirche Hannovers dafür sind von der Größe der Gemeinden abhängig.

Einen Überhang von rund 4700 Quadratmetern hat der Gebäudebedarfsplan 2018 für die 36 Gemeindehäuser im Kirchenkreis ausgewiesen. Mehr als die Hälfte davon sei durch angestoßene oder sogar schon abgeschlossene Maßnahmen bereits abgebaut, erklärt Superintendent Mirko Peisert. „Die Bereitschaft in den Gemeinden ist hoch, das Thema anzugehen. Alle sehen, dass die finanziellen Möglichkeiten fehlen, alles zu behalten.“

So verkaufe im Moment die Kirchengemeinde Barnten ihr Pfarrhaus und ihr Gemeindehaus mit dem gesamten Gelände. Ebenso soll das Gemeindehaus der Zwölf-Apostel-Gemeinde in Hildesheim verkauft werden, im Gespräch ist eine künftige Wohnnutzung. Auch in anderen Gemeinden werde über Verkäufe nachgedacht, so Mirko Peisert. Die Umnutzung von Flächen als Wohnraum wurde in der Matthäusgemeinde bereits realisiert und wird in der Christusgemeinde beraten.

Eine andere Möglichkeit ist die künftige Nutzung von Räumen für die Kindertagesstätten, die vielerorts erweitert werden sollen. Die Gemeinden können ihre Immobilien behalten und gewinnen zusätzliche Betreuungsplätze: „Das ist ideal“, findet der Superintendent.  Im Gemeindehaus an der Lämmerweide ist der Umbau bereits abgeschlossen, auch die Hildesheimer Lukasgemeinde und die 12-Apostel-Gemeinde Sarstedt-Land in Bledeln gehen diesen Weg.

Für andere Gemeinden wäre eine Option, das zu groß gewordene Gemeindehaus zu verkaufen, dafür aber einen kleineren Neubau zu errichten, erläutert Mirko Peisert. Das geschehe beispielsweise in Barnten, wo ein neues Gemeindehaus direkt neben der Kirche gebaut werde.

Für die Martin-Luther-Gemeinde in der Hildesheimer Nordstadt ist die teilweise Umnutzung des Gemeindehauses zusammen mit einem Anbau für eine neue Krippe mit zwei Gruppen der erste Schritt der Sanierung des ganzen Gebäudes. Zu diesem ersten Schritt gehört auch schon die Renovierung der Toilettenräume, das übrige Gemeindehaus soll folgen. Denn der Altbau von 1917 ist ebenso wie der Anbau aus dem Jahr 1981 grundlegend sanierungsbedürftig. Wenn alles fertig ist, kann das Erdgeschoss – großer Saal, kleiner Saal, Küche und Büro - weiterhin von der Gemeinde genutzt werden. Im ersten Stock können Büro- und Praxisräume zur Vermietung entstehen. Allerdings könne der Umbau erst beginnen, wenn ein Mieter gefunden sei, erklärt der Superintendent. Schließlich soll die Neugestaltung dessen Bedürfnisse berücksichtigen.

Parallel zum Umbau des Gemeindehauses plant die Stadt Hildesheim aus Mitteln des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ eine Umgestaltung der sogenannten Lutherwiese und des Geländes um die Kirche zu einem Stadtteilplatz, der alle Bürger und Bürgerinnen des Quartiers zum Aufenthalt einladen soll. In die Erarbeitung von Konzeptideen ist neben der Stadt, dem Planungsbüro und der Denkmalpflege auch der Kirchenvorstand der Martin-Luther-Gemeinde eingebunden. Der Vorentwurf werde voraussichtlich nach der Sommerpause fertiggestellt, erklärt Stadtsprecher Helge Miethe.

Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreisverband Hildesheim