Europäische Kirchen und Hilfswerke: Gemeinsamer Appell zur Seenotrettung

Nachricht 18. Juli 2019

Die europäischen Kirchen und ihre Hilfswerke sprachen sich in einem gemeinsamen Appell an die Minister und die EU Kommission für Seenotrettung aus.

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Das private Rettungsschiff "Sea Watch 2" bei seinem Einsatz zur Rettung von Flüchtlingen vor der libyschen Küste im Mittelmeer. Foto: Christian Ditsch (epd-Bild)

Berlin. Aus Anlass der bevorstehenden informellen Tagung der Ministerinnen und Minister für Justiz und Inneres der Europäischen Union, die vom 18.7.2019 - 19.7.2019 in Helsinki stattfindet, haben sich alle evangelischen Entwicklungs- und humanitären Hilfswerke, die in ACT Alliance EU zusammengeschlossen sind, sowie die Mitgliedsorganisationen der Kirchlichen Kommission für Migranten in Europe (CCME) und die Konferenz der Europäischen Kirchen (KEK), in der die protestantischen, anglikanischen und orthodoxen Kirchen Europas zusammengeschlossen sind, gemeinsam in einem dringlichen Appell an die Minister und die EU Kommission gewandt.

Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt und zugleich Vorsitzende der ACT Alliance EU, sagt: 

"Dass diese drei großen europäischen kirchlichen Allianzen sich erstmals gemeinsam äußern, weil sie die fundamentalen europäischen Werte und den Vorrang des menschlichen Lebens vor politischen Erwägungen gefährdet sehen, ist ein sehr starkes Signal an die EU und ihre Mitgliedskirchen. Diese drei wichtigen europäischen Organisationen der Kirchen und ihrer Werke fordern ein Ende der Kriminalisierung von Nichtregierungsorganisationen, die Menschen aus Seenot retten, und eine erneute EU-Seenotrettungsmission. Wir wollen außerdem einen sofortigen EU-Notfallplan für Bootsflüchtlinge, sowie die Einstellung der Kooperationen mit Libyen und anderen Anrainerstaaten, in denen Menschenrechte nicht gesichert sind. Ohne erweiterte Resettlementprogramme und legale Einreisewege wird das Sterben auf dem Mittelmeer kein Ende haben. Wir sehen die EU in der Verantwortung, die Unantastbarkeit, Würde und das Recht auf Leben aller Menschen zu fördern, zu respektieren und zu schützen - besonders unter den dramatischen Umständen, denen Flüchtlinge und Migrierende ausgesetzt sind!"

Brot für die Welt