Klosterstätte Ihlow feiert zehnjähriges Bestehen - Regionalbischof Klahr: Vorfahren haben groß gedacht

Nachricht 08. Juli 2019
Predigt Klahr_Festgottestdienst Kloster Ihlow_Foto Georg Janssen
Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr predigte zum zehnjährigen Jubiläum an der Klosterstätte Ihlow. Foto: Georg Janssen

Ihlow. „Immer wenn ich hier bin, denke ich an die Mönche zurück, die hier gelebt haben, in einem der bedeutendsten Klöster Ostfrieslands, dem ersten Zisterzienserkloster in Ostfriesland“, sagte Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr im Festgottesdienst zum zehnjährigen Jubiläum der Klosterstätte Ihlow.

Gut eine Woche lang hatten Klosterverein, Kirchengemeinde und die Gemeinde Ihlow das Jubiläum mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert. Die Festwoche fand ihren Abschluss mit dem Klosterfest und einem Freiluftgottesdienst.

„Heute wollen wir unseren Dank vor Gott bringen für das, was in den vergangenen Jahren hier gewachsen ist“, sagte Klahr. Auch dankte er allen, die es ermöglicht haben, dass dieser Ort zehn Jahre lang zu einem lebendigen und duchbeteten Ort werden konnte.

Bernhard Buttjer, Vorsitzender des Klostervereins, erzählte die Geschichte der Turmglocke und verwies darauf, dass sie mit ihrem Läuten auch an die Gebetszeiten der Mönche erinnert. Buttjer dankte dem Regionalbischof für die Unterstützung in den vergangenen Jahren. „Dass heute diese Klosterstätte hier steht und mit Leben gefüllt ist, das ist mehr als ein Geschenk, das ist eine Gnade“, schloss Buttjer und bat Klahr um ein Gebet für die Klosterstätte und die Mitarbeiter.

„Wir spüren auch heute, dass Klöster über die Jahrhunderte hinweg Orte besonderer Anziehung und Ausstrahlung geblieben sind“, so Klahr.

„So einsam und zurückgezogen die Mönche auch lebten, sie wussten sich immer verbunden mit Christen in anderen Klöstern.“ Das habe den Blick geweitet für andere Menschen und Regionen.

„Die Geschichte des Klosters Ihlow verbindet uns auf wunderbare Weise auch mit der europäischen Geschichte. Das Netzwerk der Klöster der Zisterzienser erstreckte sich über ganz Europa“, sagte der Regionalbischof für den Sprengel Ostfriesland-Ems.

„Wenn wir heute hier beten und singen, reihen wir uns ein in die Generationen vor uns und in das große Netzwerk all derer, die an Orten wie diesem Gott die Ehre geben“, sagte Klahr.

„Beten und arbeiten“ sei das Lebensmotto der Mönche. Dabei wüssten sie, dass aus dem Gebet eine enorme Kraft komme für die Arbeit und für die Aufgaben in der Welt.

„Klöster waren und sind in ihrem Wechsel von Gebet und Arbeit Orte der gelebten Frömmigkeit, der Bildung und der Gastfreundschaft“, so Klahr.

Der Regionalbischof zeigte sich begeistert von der Idee, dieses Kloster, das vor rund 500 Jahren im Verlauf der Reformation abgerissen wurde, in dieser Form wiedererstehen zu lassen und mit Leben zu füllen.

„Hier sehen wir die Ausmaße dieser riesigen Kirche. Wie groß unsere Vorfahren gedacht haben!“, sagte er und freute sich darüber, dass die Imagination die Größe der Kirche nachempfinden lässt. Altarraum und Querhaus der einst größten Kirche zwischen Bremen und Groningen wurden vor zehn Jahren in ihren Ausmaßen durch eine Holz-Stahlkonstruktion wieder sichtbar gemacht. Mannshohe Backsteinpfeiler und immergrüne Efeu-Mauern deuten das frühere Kirchenschiff an, das 66,50 Meter lang und 23,50 Meter breit war. 1240 begann der Bau der Klosterkirche, kaum 300 Jahre später wurde sie zerstört.

Wie eine Krypta liegen die „Stillen Räume Ihlow“ mit dem „Raum der Spurensuche“ unter dem nachgebildeten Gotteshaus. Dort besteht die Möglichkeit, die Geschichte des Klosters kennenzulernen und Andachten zu feiern, wie etwa den Osterfrühgottesdienst mit Regionalbischof Klahr.

Den Festgottesdienst gestaltete der Regionalbischof gemeinsam mit Pastor Georg Janssen aus Ihlow. Die musikalische Begleitung hatten die Gitarrenchöre der Kirchengemeinden Simonswolde und Ihlow und die Posaunenchöre aus Ihlow und Weene übernommen.

Öffentlichkeitsarbeit im Sprengel Ostfriesland-Ems