Begegnungsfest: Osterode ist bunt

Nachricht 24. Juni 2019
Begegnungsfest Osterode_Juni 2019_Foto Wolfgang Boettner 1
Das Begegnungsfest unter dem Motto „Osterode ist bunt“ lockte mit Musik, Puppenspiel, Aktionen zum Mitmachen, einem üppigen Picknick und vielem mehr. Foto: Wolfgang Böttner

Osterode. Viele Geflüchtete waren da, leider nur relativ wenige Einheimische. Dabei lockte das Begegnungsfest im Innenhof und Forum der Volkshochschule unter dem Motto „Osterode ist bunt“ mit Musik, Puppenspiel, Aktionen zum Mitmachen, einem üppigen Picknick und vielem mehr. Organisiert war es wie schon in den vergangenen Jahren von verschiedensten Akteuren, die sich seit etlichen Jahren für die Integration der Flüchtlinge in Osterode einsetzen. Mit dabei ist „Willkommen in Osterode“, die Freiwilligen Agentur des Paritätischen, das DRK, STArQ für Menschen, die Werkstattschule, bunt statt braun und auch der Kirchenkreis Harzer Land. Seit die Aufgaben mehr wurden, ist Dana Pruss als Flüchtlingssozialarbeiterin tätig, zuvor arbeitete sie schon in der Erstaufnahmestelle in St. Andreasberg. Der relativ geringe Zulauf beim Fest wirft sie nicht aus der Bahn. Da es den ganzen Nachmittag dauert, kommen Gäste eben zu unterschiedlichen Zeiten, so dass es vielleicht nicht voll aussieht, doch diejenigen, die da sind, freuen sich über die Möglichkeit zur Begegnung. Überhaupt hat sie das Gefühl, die Integration sei im Harzer Land und gerade in Osterode auf einem sehr guten Weg. „Die dezentrale Unterbringung von Anfang an war wichtig“, sagt Dana Pruss, doch bloß, weil viele Familien inzwischen nicht mehr in Erstaufnahmestellen, sondern in eigenen Wohnungen leben, Deutschkurse absolviert haben und sich nun ein selbstständiges Leben aufbauen, habe sie nicht weniger zu tun. Hilfe im Umgang mit Behörden und explizit bei der Jobsuche sei nach wie vor wichtig. „Die Aufgaben sind andere geworden, aber nicht weniger“, sagt sie. Auf jeden Fall würde sie alles wieder ganz genauso machen wie zu jener Zeit als sie mit ihrer Arbeit für Geflüchtete angefangen hat. „Allerdings würde ich mir wünschen, dass ich schon 2015 das Wissen von heute gehabt hätte.“ Von der großen Politik wünscht sie sich nach wie vor einen offeneren Umgang mit dem Thema und vor allem, dass den Menschen hierzulande echte Perspektiven geboten werden, sie also nicht in ständiger Angst leben müssten, wieder gehen zu müssen. Doch große Politik soll an diesem Tag eigentlich keine Rolle spielen, selbst wenn sogar die Europaabgeordnete Viola von Cramon und der Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne einen Besuch abstatten. Die Anerkennung für die Arbeit all derer, die seit einigen Jahren viel Zeit und Kraft aufwenden, ist also gegeben, ebenso wie die Dankbarkeit derer, die von dieser Hilfe profitieren. Allein das Interesse der Nachbarn, Mitbürger etc. lässt an diesem Nachmittag von außen betrachtet ein wenig zu wünschen übrig. Am Ende ist das aber auch egal, denn die Sonne scheint, das Essen schmeckt und so wird eben einfach gemeinsam gelacht, gespielt, getanzt, getrommelt und gefeiert.

Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Harzer Land