Afrikanische Vordenker*innen diskutieren in Hannover über Ziele und Strategien

Nachricht 12. Juni 2019
Einladung_The Africa we want_Podiumsgespraech_Kreuzkirche_ELM
Bild: ELM

Hannover. Auf Einladung der Landeskirche Hannovers und des niedersächsischen Missionswerkes (ELM) findet am 14. Juni 2019 um 17 Uhr in der Kreuzkirche Hannover ein Afrika-Podiumsdiskussion statt.  Mit „The Africa We Want“ soll ein Dialog angeregt werden, der die afrikanische Perspektive in den Vordergrund stellt. Die Veranstaltung ist Teil einer gemeinsamen Speakerstour, organisiert von verschiedenen Akteuren im Vorfeld des evangelischen Kirchentages.

Mit der Tour wollen führende afrikanische Expert*innen mit Menschen aus Deutschland in den direkten Dialog treten. „In vielen Staaten Afrikas sind derzeit gravierende politische, soziale, ökonomische und ökologische Transformationsprozesse zu beobachten. Sie reichen von Demokratisierungsprozessen über innovative positive ökonomische Entwicklungen bis zu zusammenbrechenden Staaten oder heftigen ökologischen Auswirkungen des Klimawandels und Flucht“, so Abdou Rahime-Diallo, Politikberater für Migration & Entwicklung, der das Gespräch in der Kreuzkirche moderieren wird. „Vor diesem Hintergrund möchten wir mit den Gästen kritisch diskutieren, was die Strategie der Afrikanischen Union ist."

Deutschland und Europa haben den hohen Stellenwert afrikanischer Länder seit einigen Jahren für sich entdeckt. Ein großer Teil der 20 am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften liegt auf dem afrikanischen Kontinent. 2017 stellte das BMZ seinen „Marshallplan mit Afrika“ zur öffentlichen Diskussion.

Auf Afrikas Stimmen  hören

Doch wie sehen afrikanische Meinungen hierzu aus? Dies auszuloten, ist ein Ziel der Podiumsdiskussion. Viel zu häufig werden Afrikas Stimmen überhört. Tobias Schäfer-Sell macht deutlich: „Wir möchten nicht über Afrika reden, sondern unseren Gästen zuhören und von ihren Strategien und Lösungsansätzen lernen." Schäfer-Sell ist Referent für Advocacy beim Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen.

Der Zukunftsentwurf der afrikanischen Union, die „Agenda 2063 – The Africa we want“, wurde in Deutschland bislang weitgehend ignoriert. Dabei verbinden sich mit diesem Papier konkrete Ideen für ein starkes, friedliches und vereinigtes Afrika für die nächsten 50 Jahre. In sieben Themenfeldern werden Ziele beschrieben, wie inklusives Wachstum oder politische Einheit. Ein Ziel um das in Europa aktuell mehr denn je gerungen werden muss.

„Die „Agenda 2063“ wird  hoffentlich eine politische und wirtschaftliche Dynamik entwickeln,“ wünscht sich Rainer Kiefer, Oberlandeskirchenrat von der hannoverschen Landeskirche „Als langjährige Partner afrikanischer Kirchen und als Begleiter und Förderer in der entwicklungspolitischen Arbeit ist es wichtig, dass Kirchen in Niedersachsen sich mit der „Agenda 2063“ befassen und mit afrikanischen Partnern das Gespräch suchen.“

Öffentlichkeitsarbeit des ELM