Klimaschutz auch bei der Kirche Topthema

Nachricht 08. Juni 2019
Superintendent Mirko Peisert wartete mit guten Nachrichten aus dem Kita-Bereich auf. Bild: Neite

Hildesheim. Politisch steht der Klimaschutz seit der Europawahl ganz oben auf der Liste. Auch in der evangelischen Kirche nimmt seine Bedeutung zu. Das wurde am Donnerstagabend bei der Sitzung des evangelischen Kirchenkreistags Hildesheim-Sarstedt deutlich. Zusammen mit den Kitas und finanziellen Zukunftsaussichten gehörte der Klimaschutz zu den wichtigen Themen im Kirchenamt am Flughafen.

Karin Köhler und Jörn Surborg sind nicht nur Mitglieder der Kirchenkreistags, sondern auch der Synode der Landeskirche. Bei der letzten Tagung im Mai hatte dort Landesbischof Ralf Meister überraschend zwei Schülerinnen der Bewegung „Fridays For Future“ aufs Podium gebeten, berichtete Karin Köhler. Deren Vortrag habe unmissverständlich klar gemacht, dass der Einsatz fürs Klima zum christlichen Auftrag gehöre. Hier sei die Kirche bislang hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben, so Köhler: „Man muss sich schämen und denkt: Was hätten wir alles anders machen können!“

Der Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt stehe vergleichsweise gut da, sagte Karin Köhler. Vor allem durch das ökofaire Bildungsprojekt „Lernen eine Welt zu sein“, das in dieser Form einmalig in der Landeskirche sei. Passend: Die Projektleiterin Michaela Grön hatte just an diesem Abend dafür gesorgt, dass der Pausensnack des Kirchenkreistags erstmals rein vegetarisch bestückt war. Außerdem präsentierte Superintendent Mirko Peisert den neuen ökofairen Kirchenkreis-Kaffee. Ein weiteres Beispiel für die Neuausrichtung ist die kürzlich getroffene Entscheidung der Hildesheimer Innenstadtgemeinden, bei Festen nur noch biologisches und ökofaires Grillfleisch anzubieten.

Neue Entwicklungen gibt es auch bei den evangelischen Kitas. „Wir erleben noch einmal eine echte Gründerphase“, sagte Superintendent Mirko Peisert. Am 1. August werde die Erweiterung der Kita an der Lämmerweide eingeweiht, „die schönste Krippe, die wir im Kirchenkreis haben“. Zusätzliche Gruppen werden auch in der Nordstadt und im Gemeindehaus der Lukas Kirchengemeinde sowie in Bledeln entstehen. Außerdem laufen Peisert zufolge Gespräche, die evangelischen Kitas Oberlin und Matthäus zu erweitern.

Weitere gute Nachrichten aus dem im Kita-Bereich: Man sei kurz davor, neue Betriebsführungsverträge abzuschließen, so Peisert. Auch personell habe man eine gute Lösung gefunden: Die längere Zeit unbesetzte Stelle der Fachberatung für die Kitas übernehme jetzt Franziska Akoto zusammen mit Carlotta Seidlitz als religionspädagogischer Fachberatung.

Dritter Schwerpunkt der Sitzung waren die langfristigen finanziellen Perspektiven der Landeskirche, die Jörn Surborg erläuterte. Vom Jahr 2000 bis heute seien die Zahl Mitglieder zwar um 19 Prozent geschrumpft, die Einnahmen durch die Kirchensteuer jedoch um 20 Prozent gestiegen. In naher Zukunft werde sich das ändern, die weiter sinkenden Mitgliederzahlen (Prognosen zufolge wird es 2060 nur noch halb so viele evangelische Christen geben) würden sich auch bei der Steuereinnahmen negativ bemerkbar machen. Surborg: „Die Zeiten nach 2022 werden deutlich schwieriger werden.“

In diesem und im kommenden Jahr schüttet die Landeskirche allerdings nochmal Sondermittel an die Kirchenkreise und Gemeinden aus. Hildesheim-Sarstedt bekommt in im laufenden Jahr 240.000 Euro, für 2020 könnten es noch einmal 120.000 werden, sagte Klaus Neuser, der Vorsitzende des Finanzausschusses. Man plane, diese Mittel im Personalbereich einzusetzen.

Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt