Diakonie-Preis erinnert an Regionalbischöfin Doris Janssen-Reschke

Nachricht 03. Juni 2019
Doris Janssen Reschke_Diakonie Preis_Juni 2019
Doris Janssen-Reschke, die erste Landessuperintendentin der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, übte dieses Amt von 1998 bis zu ihrem Ruhestand 2007 in Osnabrück aus. Foto: Kirchenkreis Bramsche

Osnabrück. Die Diakonie in Osnabrück hat einen Fonds und einen Preis ins Leben gerufen, die den Namen der ehemaligen Regionalbischöfin Doris Janssen-Reschke (1944-2008) tragen. Die mit insgesamt 3.500 Euro dotierte Auszeichnung soll alle zwei Jahre an drei nachahmenswerte diakonische Projekte in den Kirchengemeinden der Region gehen, sagte Pastorin Doris Schmidtke vom Kuratorium der DiakonieStiftung Osnabrücker Land am Montag dem epd. Der Doris-Janssen-Reschke-Preis werde voraussichtlich im Frühjahr 2020 erstmals verliehen.

Derzeit werbe sie noch Spenden und Zuschüsse für den Fonds ein, aus dem die Preisgelder gespeist würden, sagte die Initiatorin des Projektes. Auch die Ausschreibungskriterien und die Jury müssten noch bestimmt werden. Klar sei aber, dass speziell kleine Projekte ausgezeichnet werden sollen, die leicht auch von anderen Gemeinden übernommen werden könnten. Das könnten sowohl die bewährte diakonische Arbeit wie auch innovative "start ups" sein. Sie sollen durch den Preis eine Öffentlichkeit erhalten und so Nachahmer finden.

Der Preis solle darüber hinaus eine engagierte Kirchenfrau wieder ins Bewusstsein rücken, deren Herz für die Diakonie geschlagen habe, sagte Schmidtke. Janssen-Reschke war eine der ersten Frauen im Pfarramt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. 1998 wurde sie zur Landessuperintendentin des Sprengels Osnabrück ernannt und blieb in diesem Amt fast zehn Jahre. Sie war damals die erste Regionalbischöfin der größten deutschen Landeskirche. Sie galt als offen, direkt und kritisch. "Kirche ohne diakonisches Bemühen verfehlt ihre Daseinsbereichtigung", hatte sie mehrfach betont. Sie starb 2008 - kurz nach ihrem Eintritt in den Ruhestand.

Der Doris-Janssen-Reschke-Fonds steht den Angaben zufolge unter dem Dach der DiakonieStiftung. 125.000 Euro seien nötig, um die Preisgelder alle zwei Jahre zu finanzieren, sagte Schmidtke. 30.000 Euro seien bereits in den ersten drei Monaten zusammengekommen. "Über diese Resonanz bin ich sehr erfreut." Auch Kirchenkreise, die Landeskirche und namentlich Landesbischof Ralf Meister unterstützten das Vorhaben. Für die erste Runde der Preisverleihung werde die Stiftung für die Gelder aufkommen.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen