Festakt zum Schnitger-Jahr: Lob an Kirchen für Pflege der Orgelkultur

Nachricht 02. Juni 2019

Weener/Kr. Leer. Die Leiterin der Kulturabteilung im niedersächsischen Kulturministerium, Annette Schwandner, hat den Kirchen in Niedersachsen für den Erhalt und die Pflege der Orgeln im Land gedankt. Sie beherbergten und erhielten einen großen kulturhistorischen und klanglichen Reichtum und spielten somit für die Orgelkultur des Landes eine wichtige Rolle, sagte Schwandner am Sonntag beim zentralen niedersächsischen Festakt zum Arp-Schnitger-Jahr in der reformierten Georgskirche im ostfriesischen Weener. Dazu gehörten auch die 20 Orgeln des weltweit berühmtesten Repräsentanten des Orgelbaus.

Der Festakt war der Auftakt für zahlreiche Veranstaltungen zum 300. Todesjahr des barocken Orgelbaumeisters Arp Schnitger (1648-1719). Es wird an der Küste zwischen Groningen und Hamburg mit Musikfestivals, Symposien und Exkursionen gefeiert. Im Anschluss feierte das Stück "Gliek un doch heel anners (Gleich und doch ganz anders) - Arp Schnitger" Premiere. Schauspieler stellten sechs Szenen aus dem Leben Schnitgers dar. Musikalisch begleitet wurden sie dabei an der Schnitgerorgel der Georgskirche von Landeskirchenmusikdirektor Winfried Dahlke.

Der reformierte Kirchenpräsident Martin Heimbucher begrüßte die Gäste im Namen der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen und der Evangelisch-reformierten Kirche. Er hob die gute Zusammenarbeit des Organeums in Weener mit der Arbeitsgemeinschaft Ostfriesischer Volkstheater hervor. Das Stück bringe die heimliche Hauptperson des Stückes - die mehr als 300 Jahre alte Schnitger-Orgel - zum Sprechen und Klingen.

Ministerialdirigentin Schwandner erinnerte daran, dass der Orgelbau und die Orgelmusik Ende 2017 durch die Unesco als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt worden seien. Die Landesregierung wolle mit der Kampagne "hoch empor. Orgeln in Niedersachsen" Arp Schnitger und die gesamte Orgelkultur bekannter machen. Dabei gehe es auch darum, die lange Tradition von Orgelbau und Orgelmusik mit der Gegenwart zu verbinden und durch innovative Formate neue Zielgruppen zu erreichen.

Die Orgelkultur sei besonders gut geeignet, Kultur im ländlichen Raum zu stärken, sagte Schwandner, die in Vertretung von Minister Björn Thümler (CDU) an dem Festakt teilnahm. Ein gutes Beispiel dafür sei das niederdeutsche Theaterstück. Es verbinde den Orgelbau und die Orgelmusik mit der Regionalsprache Niederdeutsch. Beides habe den Nordwesten des Landes besonders geprägt.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen