Bernd Kuschnerus neuer leitender Geistlicher in Bremen

Nachricht 28. März 2019
Pastor Bernd Kuschnerus (56) ist am Donnerstag mit überwältigender Mehrheit zum neuen Schriftführer und damit zum leitenden Geistlichen der Bremischen Evangelischen Kirche gewählt worden. Der Amtsinhaber Renke Brahms (r.) gratuliert Kuschnerus. Bild: Alasdair Jardine/epd-bild

Bremen. Pastor Bernd Kuschnerus (56) ist am Donnerstag mit überwältigender Mehrheit zum neuen Schriftführer und damit zum leitenden Geistlichen der Bremischen Evangelischen Kirche gewählt worden. Die Synodalen der Kirche gaben ihm 124 Stimmen bei zwei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen. Kuschnerus war der einzige Kandidat.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und der hannoversche Landesbischof Ralf Meister beglückwünschten ihn zu seiner Wahl. "Die Bremische Kirche gewinnt mit Herrn Kuschnerus einen erfahrenen Schriftführer, der im Gemeindeleben wie in den Gremien der Bremischen Kirche tief verwurzelt ist und engagiert für eine Kirche eintritt, die ihre Positionen klar und vernehmlich in die öffentliche Diskussion einbringt", schrieb der bayrische Landesbischof.

Für die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen gratulierte Bischof Ralf Meister. "Ich freue mich, dass Ihre Vorstellungen kirchlichen Handelns, wie die Stärkung gesellschaftlicher Relevanz, Friedensarbeit, Klimaschutz, Sonntagsschutz - mir sehr vertraut sind und freue mich auf die nachbarschaftliche Zusammenarbeit", erklärte er in seinem Glückwunschschreiben. Die gute Verbundenheit in der Gemeinschaft der evangelischen Kirchen im Norden liege ihm sehr am Herzen.

Der oldenburgische Bischof Thomas Adomeit hob hervor, mit dem Rückenwind der vielen Stimmen und der Erfahrung als langjähriger Vertreter des Schriftführers sei die bremische Kirche gut gerüstet für den Weg in die Zukunft. "Dankbar für das bisherige Miteinander freuen wir uns in Oldenburg sehr, die vertrauensvollen Begegnungen fortzusetzen und die gute Nachbarschaft zu pflegen und auszubauen", ergänzte Adomeit.

Kuschnerus folgt Renke Brahms. Der 62-Jährige war insgesamt zwölf Jahre in zwei Amtsperioden Schriftführer der einzigen Landeskirche Deutschlands, die sich nur auf städtisches Gebiet erstreckt. Für weitere sechs Jahre kandidierte er nicht mehr. Der designierte Schriftführer soll am 14. Juni in sein Amt eingeführt werden. Bis dahin ist Brahms noch Schriftführer.

Kuschnerus hat in Kiel und Marburg Theologie studiert. Von 1994 bis 1999 war er in Marburg wissenschaftlicher Mitarbeiter, 2000 hat er promoviert. Seit knapp 20 Jahren teilt er sich mit seiner Frau Ingeborg eine Pfarrstelle in der Bremer Melanchthon-Gemeinde. Er engagiert sich in vielen Gremien der bremischen Kirche und ist außerdem seit zwölf Jahren Stellvertreter von Brahms. Das Ehepaar Kuschnerus hat vier erwachsene Kinder.

2007 hatte Kuschnerus schon einmal für das Amt kandidiert, verlor die Wahl aber gegen den nun scheidenden Schriftführer. Brahms arbeitet bereits seit Anfang Februar nebenamtlich als theologischer Direktor der Evangelischen Wittenbergstiftung in der Lutherstadt Wittenberg, ab Sommer dann hauptamtlich. Brahms ist außerdem seit 2008 Friedensbeauftragter des Rates der EKD und bleibt es auch weiterhin.

Oberste Repräsentantin der Bremischen Evangelischen Kirche ist ihre ehrenamtliche Präsidentin Edda Bosse (65), die seit sechs Jahren im Amt ist und auch wieder kandidierte. Sie wurde wiedergewählt, auch mit überwältigender Mehrheit. Neu gewählt wurden überdies ihr Stellvertreter Martin Franzius (50) und Schatzmeister Oliver Gampper (50), der künftig für den Haushalt der Kirche verantwortlich ist. Zur Bremischen Evangelischen Kirche gehören 61 Gemeinden mit knapp 190.000 Mitgliedern.

Hildesheim. Der Kirchenkreistag Hildesheimer Land-Alfeld hat seinen Doppelhaushalt für die Jahre 2019 und 2020 verabschiedet. Bei einer Summe von fast 22 Millionen Euro pro Jahr ist er ausgeglichen. Manch eine Kommune würde sich freuen, mit solchen Nachrichten aufwarten zu können, sagte der Vorsitzende des evangelischen Kirchenparlaments Christoph Bauch. Der Adenser fügte aber gleich hinzu: „Was heißt das für uns? Nicht darauf ausruhen, sondern vorausschauend handeln!“

24 Jahre lang hat  Pastor Thomas Müller den Finanz- und Planungsausschuss geleitet, nun hat ihn Elzes Superintendent Christian Castel in dieser Funktion abgelöst. Der  Doppelhaushalt sei aber noch unter Müllers Ägide entstanden, betonte Castel und dankte dem Salzhemmendorfer für seinen langjährigen Einsatz.

„Erfreulich ist, dass keine Einschnitte bei den Personalausgaben vorgenommen werden müssen“, sagte Christian Castel. Im Gegenteil: Aus Sondermitteln der Landeskirche können zusätzlich zwei Springerstellen bezahlt werden. Die Pastorinnen Andrea Haase aus Burgstemmen und Ellen Radtke aus Eime werden diese Aufgabe übernehmen, eine halbe Stelle ist noch unbesetzt.

Damit verfügt der Kirchenkreis effektiv über 36,5 Pfarrstellen. Allerdings werden drei PastorInnen in naher Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen, kündigte die Alfelder Superintendentin Katharina Henking an: Tina Meyn in Banteln, Hanna Wagner in Hackenstedt und Werner Warnecke in Hary hören auf. Die Nachwuchssuche bei den Pastorinnen und Pastoren wird die größte Herausforderung in den nächsten Jahren sein, sind sich Henking und Castel einig. Es wird immer schwerer, frei gewordene Stellen neu zu besetzen – gerade in den ländlichen Regionen des Kirchenkreises.

Die aktuelle Finanzlage der Kirche sei dafür allgemein „recht gut“, sagte Castel. Doch es gebe deutliche Anzeichen, dass dies kein Dauerzustand sein werde. Wie das kommt, erklärte Helmut Jost, stellvertretender Leiter des Kirchenamts. Der weitaus größte Teil des Kirchenkreis-Etats, so Jost, speist sich aus Zuweisungen der Landeskirche – beziehungsweise aus der Kirchensteuer. Die Höhe dieser Zuwendungen hängt hauptsächlich von der Zahl der Gemeindemitglieder und der Zahl der Gemeinden ab.

Der jährliche Schwund bei den Gemeindemitgliedern liegt im Kirchenkreis mit zwei Prozent noch über dem Durchschnitt der Landeskirche (1,5 Prozent). Jost: „Das sind aber vorrangig nicht Austritte, sondern Abwanderung und demographischer Wandel.“ Unter dem Strich kommt dabei heraus: Im neuen Planungszeitraum, der 2023 beginnt, wird der Kirchenkreis spürbar weniger Geld zur Verfügung haben.

Der Doppelhaushalt baut vor, indem insgesamt fast eine halbe Million Euro an Rücklagen eingeplant ist. Den größte Brocken innerhalb des Gesamtbudgets von 21,7 Millionen Euro machen die evangelischen Kitas mit 12 Millionen Euro aus. In dieser Summe sind Zuschüsse des Landes und der Kommunen, Elternbeiträge und 750.000 Euro aus kirchlichen Mitteln enthalten.

Ein weiteres Thema, dass den Kirchenkreis in Zukunft sehr beschäftigen wird, ist der Umgang mit Gemeinde- und Pfarrhäusern, mit Kirchen und Kapellen. Fast 10 Millionen Euro seien eigentlich nötig, um die Gebäude zu sanieren, die als förderwürdig eingestuft worden sind, so Udo Seifert, der Vorsitzende des zuständigen Fachausschusses. „Das ist natürlich illusorisch“, stellte Seifert klar. Die tatsächlich zur Verfügung stehenden Mittel seien wesentlich geringer. Umso vehementer fiel Seiferts Appell an die Gemeinden aus, ihre Gebäude gut zu pflegen. Mit kleineren Maßnahmen wie der Ausbesserung von schadhaften Anstrichen oder der Reparatur schlecht dichtender Fenster könne die Substanz besser erhalten werden.

Ob Finanzen, Personal oder Gebäudemanagement: All diese Themen finden sich in einem 30-seitigen Status-Quo-Bericht, den der Kirchenkreisvorstand für den erst im Januar dieses Jahres gestarteten neuen Kirchenkreistag erstellt hat. Katharina Henking bezeichnete ihn als „Proviant für die neue Legislaturperiode“.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen