Grundsteinlegung für neue Klosterbibliothek in Loccum

Nachricht 07. Februar 2019

Loccum/Kr. Nienburg. Die hannoversche Landeskirche hat am Mittwoch den Grundstein für die neue Bibliothek des Predigerseminars im historischen Kloster Loccum gelegt. Mit dem Neubau haben die Arbeiten an einem Herzstück der Anlage begonnen, die eine moderne Ausbildungsstätte mit dem 1163 von Zisterzienser-Mönchen gegründeten Kloster in Einklang bringen soll. Die Gesamtkosten betragen voraussichtlich rund 28,4 Millionen Euro. Etwa 5,35 Millionen Euro sind nach Angaben von Baudirektor Werner Lemke für Bibliothek und Archive kalkuliert.

Die neue Bibliothek sei ein "sichtbarer Ort des Lernens und des Forschens", sagte die Präsidentin des Landeskirchenamtes, Stephanie Springer. Damit habe die Geschichte des Predigerseminars einen weiteren Meilenstein erreicht. 

In den Grundstein wurde eine Kupferkassette unter anderem mit der aktuellen Tageszeitung, einem Druck mit einer historischen Ansicht des Klosters und Münzen eingelassen. Springer schloss gemeinsam mit dem Loccumer Abt Horst Hirschler, Altprior Dieter Zinßer und der Direktorin der Predigerseminars, Adelheid Ruck-Schröder, mit symbolischen Hammerschlägen die darüberliegende Sandsteinplatte. Hirschler sagte: "Wir freuen uns, dass mit diesem Bau unser altes Kloster wieder seinen Grundriss erhält."

Schon seit 1820 beherbergt das Kloster eine Ausbildungsstätte für Pastorinnen und Pastoren. Bis zum 200. Jubiläum im Jahr 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. In dem mittlerweile einzigen Predigerseminar in Niedersachsen werden auch Vikarinnen und Vikare anderer Landeskirchen ausgebildet. Bereits fertig ist ein neues "Schlafhaus" mit 28 Zimmern für die Vikarinnen und Vikare. Das historische Kloster wird umfassend saniert und die Außenanlagen sollen neu gestaltet werden.

Insgesamt 120.000 Bücher sollen in der neuen Bibliothek Platz finden. Sie stammen aus der Loccumer Bibliothek und weiteren aus den früheren Predigerseminaren in Celle und in Hildesheim. Darunter sind wertvolle Handschriften aus dem Mittelalter. Für die historischen Schriften wird in der Bibliothek mit einem sogenannten Pretiosum eine besonders klimatisierte Schatzkammer geschaffen.

Die von den Kasseler Architekten "Pape +Pape" entworfene Bibliothek greift mit Ton-Dachziegeln und einer Natursteinverkleidung den Charakter des historischen Baus auf. Die Wand an der Längsseite des Lesesaals ist dagegen aus Glas. Holz-Lamellen sollen gegen zu viel Sonne schützen. Sie sollen nach den Vorstellungen der Architekten an aufgeblätterte Buchseiten erinnern.

Der Grundsteinlegung ging eine umfassende archäologische Grabung voraus. Die Bibliothek entsteht Lemke zufolge dort, wo bis ins späte 18. Jahrhundert die "Frateria", der Arbeitsraum der Mönche, stand. "Wir bauen auf historischem Grund." Architektin Ulrike Pape erläuterte, weil unter dem Fundament Mauerreste, Erdreich und ein mittelalterlicher Kanal der Zisterzienser lägen, musste der Bau auf Pfähle gegründet werden, die bis zu zwölf Meter tief in den Boden gerammt wurden. Das Projekt sei "eine Herausforderung in vielerlei Hinsicht".

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen