Filmtipp: Gegen den Strom

Nachricht 18. Dezember 2018

Island – da stellen wir uns weite Landschaften vor, Gletscher und warme Quellen, und: etwas verschrobene Menschen, deren Namen man kaum aussprechen kann.

All das bietet auch der isländische Film „Gegen den Strom“, der gerade bei uns in den Kinos angelaufen ist.

Aber was er vor allem zeigt: eine widerständige Frau, und was für eine. Hella ist Ende Vierzig. Sie ist begnadete Chorleiterin und könnte ein beschauliches Leben führen.
Aber sie hat sich etwas in den Kopf gesetzt. Sie  kämpft gegen Umweltzerstörung, vor allem die Aluminiumindustrie ist ihr Feind. Und sie kämpft mit besonderen Mitteln: Hella streift durch die weiten isländischen Landschaften, mit Pfeil und Bogen bringt die Stromversorgung zum Kollaps: Sabotage. Und mit viel List und auch körperlichem Einsatz entkommt sie den Polizeihubschraubern und Drohnen.

Aber dann geschieht etwas, womit sie schon nicht mehr gerechnet hatte: Sie darf ein elternloses Kind aus der Ukraine  adoptieren, ein Lebenstraum wird wahr.

Mehr sei hier nicht verraten. Außer einem: Wo auch immer Hella hinkommt: drei Musiker sind schon da und spielen etwas schräge Musik. 

Ein skurriler Film: man lacht und fiebert mit Hella mit, man genießt die Landschaften und freut sich, wenn Hella den Verfolgern wieder ein Schnippchen schlagen konnte. . Großartig.

Schon beim Filmfestival in Cannes lief der Film mit großem Erfolg, beim Festival in Lübeck hat er gleich vier Preise abgeräumt, das hat noch nicht ein Film dort geschafft, darunter auch den kirchlichen INTERFILM-Preis.

Die Jury begründet das:

„Eindringlich und humorvoll sowie inhaltlich und formal überzeugend wird der Erhalt der Umwelt und des ganzen Planeten zum Thema gemacht. Darüber hinaus fragt der Film, welche Möglichkeiten der Einzelne in den Grenzen demokratischen Handelns oder darüber hinaus hat.“

Der Film läuft seit dem 13. Dezember in den Kinos, auch in Niedersachsen.

Dietmar Adler