Diakonie fordert mehr Geld für bessere Kita-Qualität

Nachricht 18. Dezember 2018

Hannover. Die Diakonie in Niedersachsen hat die rot-schwarze Landesregierung dafür kritisiert, dass sie Geld aus dem "Gute-Kita-Gesetz" des Bundes zum großen Teil für die seit August geltende Beitragsfreiheit in Kindergärten verwenden will. "Wir haben gehofft, dass das Land die vielstimmigen Forderungen nach einer Steigerung der Qualität aufgenommen hat", sagte Diakonie-Vorstandssprecher Hans-Joachim Lenke am Montag in Hannover. Die Bundesmittel sollten zuallererst in die Verbesserung der Personalschlüssel investiert werden.

Lenke forderte mehr Erzieherinnen für eine Kita-Gruppe und mehr Freistellungszeiten für das Leitungspersonal. Nur mit auf diese Weise verbesserten Rahmenbedingungen könnten wieder mehr Fachkräfte für die Einrichtungen gewonnen werden. "Die Gelder müssen der Qualität in den Kitas dienen. Mehr Qualität für das Kind ist jetzt vordringlich."

Zwar sei eine finanzielle Entlastung der Eltern grundsätzlich gut. Wenn eine Landesregierung das für richtig halte, müsse sie das aber aus eigener Kraft bezahlen, sagte Lenke. Die evangelischen Kirchen und ihre Diakonie sind mit mehr als 1.000 Kitas der größte freie Träger von Kindertagesstätten in Niedersachsen. Insgesamt gibt es landesweit rund 5.100 Kitas mit mehr als 308.000 Plätzen.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hatte nach der Verabschiedung des Gesetzes am Freitag in Bundestag und Bundesrat gesagt, Niedersachsen werde das Geld zum großen Teil für die Beitragsfreiheit in Kindergärten verwenden. Niedersachsen erhält demnach aus den Bundesmitteln bis zum Jahr 2022 rund 525 Millionen Euro. Rund 60 Millionen Euro würden jährlich zur Verfügung gestellt, um die Qualität in den Einrichtungen zu stärken, sagte Tonne.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen