Rat der EKD fordert mehr religiöse Bildung

Nachricht 04. Dezember 2018

Publikation „Religiöse Bildung in der migrationssensiblen Schule“

Berlin. Angesichts der vielen Menschen, die seit 2015 vor Krieg und Verfolgung nach Deutschland geflohen sind, stehen pädagogische Einrichtungen wie Schulen und Kindertagesstätten vor einer großen Herausforderung. Sie gründen das Fundament für Spracherwerb, Bildung und Integration der Heranwachsenden und müssen dabei der Vielfalt der Lernenden gerecht werden.
 
In diesem Zusammenhang veröffentlicht der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter dem Titel „Religiöse Bildung in der migrationssensiblen Schule“ einen Text, der Bildungseinrichtungen dazu ermutigt, auf die religiösen Hintergründe und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen verstärkt einzugehen. In zwölf Thesen beschreibt darin die EKD-Kammer für Bildung und Erziehung, Kinder und Jugend, der namhafte Experten aus Kirche, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft angehören, warum ein sensibler Umgang mit Migration und Religion notwendig ist. Für die jungen Migranten sei Religion häufig ein zentraler Marker von Identität und Differenz. Nicht selten werde Religion erst in der Begegnung mit einem anderen Kontext wie unserer säkularen Gesellschaft zu einem solchen Marker. Die jungen Migranten müssten dann ihren eigenen Weg finden – im Spannungsfeld unterschiedlicher kultureller Zuschreibungen, Orientierungsvorgaben und Identifikationserwartungen.
 
„Religion wird in pädagogischen Veröffentlichungen zur Beschulung von Geflüchteten zumeist nicht hinreichend reflektiert“, stellt der Vorsitzende des Rates der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, im Vorwort des Textes fest und fährt fort: „Es ist wichtig und notwendig, (…) religiöse Bildung als Teil des professionellen Handelns unter Berücksichtigung der schulischen Rahmenbedingungen aktiv wahrzunehmen.“
 
Der jetzt veröffentlichte Text zeigt auf, wie ein solcher sensibler Umgang mit Migration und Religion in der Schule sinnvoll gestaltet werden kann. Er wendet sich an alle, die sich in der Schule und ihren Gremien, in Schulverwaltungen und Ministerien, in der Lehrerbildung und in den kirchlichen Unterstützungssystemen sowie in Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft mit der Entwicklung von Schule auseinandersetzen.

Pressestelle der EKD