200 Jugendliche auf Segeltörn

Nachricht 13. Oktober 2018

"Man lernt Streit zu klären und auch seine eigenen Sachen an den Rand zu schieben und mehr für das große Ganze zu arbeiten."

Stade/Estebrügge. Nach einer Woche auf dem niederländischen Ijsselmeer ist die Stader Konfirmandenflotte mit 158 Konfirmanden und 51 ehren- und hauptamtliche Mitarbeitern wieder sicher an Land gegangen.  Es war für alle ein besonderes Erlebnis, nicht nur wegen des schönen Wetters.  Auf den Decks der acht Flottenschiffe herrschte beste Stimmung. Die 14-jährige Friederike aus Stade hat dafür auch eine Erklärung: „Am Ende haben wir uns alle total gut verstanden. Man lernt Streit zu klären und auch seine eigenen Sachen an den Rand zu schieben und mehr für das große Ganze zu arbeiten.  Vor allem beim gemeinsamen Segeln hissen:  Zwei müssen ziehen, einer muss festhalten.“ Und als ein Schiff wegen Motorschadens einen Tag lang nicht habe auslaufen können, „da sind die Konfis auf andere Boote verteilt worden und waren am Abend ganz begeistert, wie cool die neue Gemeinschaft für einen Tag funktionierte.“

Auf dem täglichen Programm standen neben dem Segeln inhaltliche Themen zu Fragen wie: Wer bin ich? Wie sehen andere mich? Was bedeutet Gemeinschaft? Wie sieht Gott mich? Eigene Gedanken wurden unter Begleitung der ehrenamtlichen Teamer und der hauptamtlichen Diakone und Pastoren diskutiert und aufgeschrieben. Gruppenspiele, Basteln oder auch einmal auf dem Sonnendeck ausruhen  gehörten ebenso dazu  wie die abendlichen Andachten mit gemeinsamen Liedern  unter Gitarrenbegleitung.

Ein besonderer Höhepunkt war auch in diesem Jahr das Flottenfest.  „Im Hafen von Enkhuizen haben wir ein buntes Fest gefeiert, bei dem jedes Schiff zu einem anderen Motto geschmückt war“, erzählt Diakon Alfred Goldenstein, der seit Beginn der Stader Flotte im Jahr 2008 als Hauptamtliche dabei ist.  „Die Konfis konnten an einem Walzer-Chrashkurs teilnehmen und es gab sogar ein Speed-Dating,“ schmunzelt er.

Ein weiteres Highlight war der Gottesdienst am letzten Abend, in dem  sieben Jugendliche ihre Taufe feierten, was im Kreise der großen Flottengemeinschaft etwas ganz besonderes war und allen lange in Erinnerung bleiben wird.

Claudia Brandy, Pastorin der Stader St. Wilhadi-Gemeinde, beeindruckt, dass die Konfirmanden von Tag zu Tag mehr Verantwortung übernommen haben. „Flotte ist, wenn die Konfis auch in der Küche vollkommen allein zurechtkommen und alles wie am Schnürchen klappt.“ 

Flotte ist aber auch, wenn Großgruppenspiele so richtig Spaß machen! Fand es am ersten Abend noch so mancher Jugendliche etwas peinlich, abends am Strand herum zu hüpfen und zu singen, so nahmen von Abend zu Abend die Begeisterung und die Lautstärke zu. 

Seit 10 Jahren stechen die vier Stader Kirchengemeinden St. Wilhadi, St. Cosmae, Johannis und Markus gemeinsam mit ihren Konfirmandengruppen in See. Erstmals dabei war in diesem Jahr auch die Estebrügger Kirchengemeinde. Stephen (18) ist dort als ehrenamtlicher Teamer tätig. Ihm hat die Gemeinschaft besonders gut gefallen:  „Flotte ist ein tolles Erlebnis. Man lernt viele neue Leute kennen und die Konfis haben alle gut mitgemacht.“

(Sonja Domröse)