Kirchenvertreter eröffnen in Hannover 43. Interkulturelle Woche

Nachricht 24. September 2018
Interkulturelle Woche 2017
Logo: Interkulturelle Woche

Hannover. Vertreter der christlichen Kirchen haben am Sonntag in Hannover die 43. Interkulturelle Woche eröffnet. Der evangelische Landesbischof Ralf Meister, der katholische Propst Martin Tenge und Archimandrit Gerasimos Frangoulakis von der Griechisch-Orthodoxen Metropolie gestalteten gemeinsam den ökumenischen Gottesdienst in der evangelischen Pauluskirche. Meister betonte, in den kommenden Tagen werde während der bundesweit mehr als 5.000 Veranstaltungen deutlich werden, dass "viele Menschen sich für Menschenrechte und Demokratie einsetzen und das Motto 'Vielfalt verbindet' lebendig werden lassen".

Propst Tenge sagte, Hilfe für Menschen, die wegen existenzieller Notlage aus ihrer Heimat geflohen und zu uns gekommen sind, sei "oberste Pflicht". Dies gebiete das universale Menschenbild. Zwar sei das Neben- und Miteinander von Menschen aus verschiedenen Nationen, Kulturen und Religionen herausfordernd. Zu oft werde heute jedoch übersehen, wie sehr die Gesellschaft durch diese Vielfalt auch bereichert werde. "Vom christlichen Menschenbild her ist jeder Mensch ein Geschenk und eine Bereicherung."

Beim anschließenden Empfang im "Haus der Religionen" erteilten Politiker und Verbandsvertreter allen nationalistischen und fremdenfeindlichen Bestrebungen eine Absage. Unter ihnen waren Sozialministerin Carola Reimann, Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (beide SPD), Aigün Hirsch vom Flüchtlingsrat Niedersachsen und Antonella Serio vom Deutschen Caritasverband.

Die diesjährige Interkulturelle Woche steht unter dem Leitwort "Vielfalt verbindet: Wir sind Hoffnung. Wir sind Zuflucht. Wir sind Vielfalt". Der Slogan ist auf Plakate gedruckt, die in den Farben der Deutschland-Fahne gehalten ist. Damit solle deutlich werden, dass man die Farben Schwarz-Rot-Gold nicht den Populisten und Nationalisten überlassen wolle, hieß es.

Im Gemeinsamen Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche betonten der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz, Metropolit Augoustinos von Deutschland: "Auch unter Christinnen und Christen gibt es Tendenzen der Ausgrenzung und Abschottung. Einheit wird manchmal mit Einheitlichkeit verwechselt. Dabei gehört Vielfalt konstitutiv zum Wesen der Kirche. Der Glaube verbindet Menschen über Ländergrenzen, Sprachen und Kulturen hinweg."

Die Interkulturelle Woche ist eine bundesweite Initiative der Bischofskonferenz, der EKD und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. In mehr als 500 Städten und Gemeinden werden rund 5.000 Veranstaltungen angeboten.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen