Missionswerk beleuchtet Lage in Äthiopien kritisch

Nachricht 06. September 2018

Hermannsburg/ Kr. Celle. Experten aus der Menschenrechts- und Entwicklungsarbeit wollen bei einem Seminar am 21. und 22. September in Hermannsburg bei Celle die aktuelle Lage in Äthiopien in den Blick nehmen. Das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Niedersachsen hat dazu unter anderem die Sprecherin der Koordinationsgruppe Äthiopien und Eritrea von Amnesty International, Clara Baumgart, und den Journalisten und Friedensforscher Biniam Berihu in das Hermannsburger Ludwig-Harms-Haus eingeladen, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte.

Das Seminar beleuchte die Reformdynamik des neuen äthiopischen Premierministers Abiy Ahmed kritisch. Seit April im Amt wirbele der 41-Jährige das jahrzehntelang autoritär regierte Land kräftig durcheinander. Er habe den Ausnahmezustand aufgehoben und im Juli einen Friedenschluss mit Eritrea unterzeichnet. Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sei nach seinem Besuch voll des Lobes gewesen. Doch viele Beobachter fragten sich, ob der Premier auch eine langfristige Strategie verfolge, sagte die Äthiopien-Referentin des Missionswerkes, Gabriele De Bona.

Sie erinnerte daran, dass 400.000 Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Südsudan in der äthiopischen Provinz Gambella lebten. Finanziert mit Geldern der hannoverschen Landeskirche unterstützte das Missionswerk dort zusammen mit seiner äthiopischen Partnerkirche die Flüchtlingsarbeit.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen