Zehnter Elbkirchentag wird bei Niedrigwasser in Bleckede gefeiert

Nachricht 05. September 2018

Bleckede/Kr. Lüneburg. Kirchengemeinden und Umweltgruppen entlang der Elbe feiern am 7. und 8. September im niedersächsischen Bleckede bei Lüneburg den zehnten Elbe-Kirchentag. Naturschutz-Initiativen, Kulturorganisationen, Berufsverbände und Künstler sowie Bildungs- und Bürgerinitiativen gestalten dabei ein buntes Programm an sechs Orten der Stadt. Eingeladen sind Teilnehmer aus Orten zwischen Tschechien und Cuxhaven. Durch den historischen Tiefstand der Elbe in den vergangenen Tagen könnten allerdings nicht wie geplant an beiden Ufer des Flusses Veranstaltungen stattfinden, sagte der Bleckeder Superintendent Christian Cordes am Dienstag dem epd.

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister hält zum Abschluss gemeinsam mit Cordes einen "Treibholzgottesdienst" im Festzelt. In Gesprächsrunden am Sonnabend diskutieren neben dem Bischof der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Hubert Weiger, der Umweltbeauftragte der mitteldeutschen Kirche, Hans-Joachim Döring, und der Leiter des Biosphärenreservates Elbtalaue, Johannes Prüter. Bei einer Prozession wird ein Elbe-Wasser-Kreuz an den Fluss getragen.

Am 8. September kann auch das "Biosphärium" im Elbschloss Bleckede kostenfrei besichtigt werden. Die Einrichtung informiert das über das Biosphärenreservat am Fluss. Zum Programm zählen den Angaben zufolge außerdem Ausstellungen und Konzerte, zu denen am Eröffnungsabend auch ein offenes Singen am Elbufer gehört.

"Wir leben hier mit der Elbe, ob bei Überschwemmungen durch Hochwasser oder jetzt bei Niedrigwasser", sagte Cordes. Der ausgetrocknete Fluss verdeutliche noch einmal, wie dringend das Engagement für die Schöpfung sei. Zudem werde die Diskussion um eine Elbbrücke in der Region weiter befeuert.

Zum Kirchenkreis Lüneburg zählen auch Gemeinden der früheren DDR östlich der Elbe, die nach der Wende wieder Teil Niedersachsens geworden sind. Eine zum Elbe-Kirchentag geplante Ausstellung und Lesungen zur Geschichte der Region in der Zeit, als die Elbe Ost und West trennte, müssten entfallen, weil die Fähre wegen des Niedrigwassers nicht fahren könne, sagte Cordes. Ohne die direkte Querung über den Fluss seien die Wege in das ostelbische Amt Neuhaus zu weit.

Die Tradition der Elbe-Kirchentage begann 2008 in Coswig bei Dessau-Roßlau. Der neunte Elbe-Kirchentag war im vergangenen Jahr in der Lutherstadt Wittenberg gefeiert worden. Bei den Kirchentagen wird jedes Jahr an einem Elbeort auf die besondere Flusslandschaft, das Miteinander von Mensch und Natur und die Bewahrung des Lebensraums aufmerksam gemacht.

epd Landesdienst Niedersachsen-Bremen