"Arbeitsbelastung im Pfarramt nimmt zu"

Nachricht 30. August 2018
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Dr. Nicola Wendebourg

Northeim. Oberlandeskirchenrätin Nicola Wendebourg hat auf die zunehmende Arbeitsbelastung von Pastorinnen und Pastoren hingewiesen. Die Gründe für die steigenden Anforderungen seien vielschichtig und regional auch sehr unterschiedlich, sagte Wendebourg am Mittwoch in Northeim beim jährlichen Generalkonvent der Pastorinnen und Pastoren aus dem Sprengel Hildesheim-Göttingen. "Die Belastung im Pfarramt genauer zu orten, erweist sich als kompliziert."

So seien Theologinnen und Theologen in Kirchengemeinden unter anderem durch Umstrukturierungsprozesse, Kontroversen in Kindertagesstätten, Baufragen, eine hohe Zahl von Amtshandlungen oder stetig neue Vorgaben durch die Landeskirche gefordert. Daraus entstehe oftmals ein "diffuses Gefühl von wachsender Belastung", sagte die Leiterin der Personalabteilung der hannoverschen Landeskirche.

Pastorinnen und Pastoren müssten zudem zunehmend den Spagat zwischen standardisierter Arbeit und individuell gestalteten Erlebnissen für ihre Gemeindemitglieder meistern. Dabei gehe es auch um die Frage, wie die eigene Arbeit in der Fülle heutiger Angebote dazu beitrage, die Kirche sichtbar zu halten. Wendebourg sprach von einem "Druck, Besonderes zu produzieren". Den Luxus, langweilig zu sein, könne sich eigentlich niemand mehr erlauben.

Zum Generalkonvent waren rund 250 Pastorinnen und Pastoren nach Northeim gekommen. Der Sprengel Hildesheim-Göttingen erstreckt sich von Hann. Münden bis nach Peine und vom Harz bis an die Weser. Er umfasst neun Kirchenkreise mit rund 478.000 Mitgliedern.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen