Bündnis demonstriert gegen Neonazi-Treffen in Eschede

Nachricht 25. Juni 2018
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Bild: Netzwerk Südheide

Eschede/Kr. Celle. Rund 100 Menschen haben am Sonnabend nach Angaben der Polizei und der Veranstalter erneut gegen ein Neonazi-Treffen in Eschede bei Celle demonstriert. Seit den 1990er Jahren veranstalten Rechtsextremisten Brauchtumsfeiern zur Sonnenwende oder Erntezeit auf dem Hof des NPD-Mitgliedes Joachim Nahtz, sagte Mitinitiator Dirk Garvels vom Deutschen Gewerkschaftsbund Nord-Ost-Niedersachsen dem epd. Unter dem Motto "Bunte Kunst gegen Braun" hatten das "Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus" und der Deutsche Gewerkschaftsbund zu der Kundgebung gegen das Treffen aufgerufen.

Vertretern verschiedener Initiativen sprachen bei der Demonstration unter anderem über Geflüchtete, Rassismus, Neofaschismus und Rechtspopulismus. Zudem standen Kunst-Aktionen wie ein "Mitmachchor" auf dem Programm. So bemalten die Demonstranten eine Straße an der Abbiegung zum Hof Nahtz auf gut 150 Metern mit Kreide, berichtete Garvels. Unter anderem waren dort Sprüche zu lesen wie "Die Heide bleibt bunt und nicht braun" oder "Es gibt keinen weißen Jesus".

Bis zum Nachmittag waren rund 40 Personen aus dem rechten Spektrum auf den Nahtz-Hof gefahren. Am Ende seien etwa 60 Leute zur der "Sonnenwendfeier" auf den Nahtz-Hof gekommen, sagte ein Polizeisprecher auf Nachfrage.

Garvels zufolge hat die NPD-Niedersachsen erst vor einer Woche auf dem Hof ihren Landesparteitag abgehalten. "Das macht deutlich: Hier wird kein Brauchtum gepflegt, hier werden Kader geschmiedet", sagte der Gewerkschafter.

"Wir stellen uns einer Bewegung in den Weg, die keinen Hehl aus ihrer Begeisterung für den Nationalsozialismus macht", sagte der evangelische Pastor Wilfried Manneke dem epd. Den heutigen Nazis dürfe weder in Eschede noch sonst wo Raum gelassen werden. "Rechtsextreme treten mit Füßen, was für uns einen hohen Wert hat: Die Unverletzbarkeit der Menschenwürde, die Garantie der Menschenrechte, die Gleichberechtigung aller Menschen, ihre Gleichstellung und Gleichbehandlung." Manneke war am Montag vom Zentralrat der Juden in Deutschland für seinen beharrlichen Einsatz gegen Rechtsextremismus mit dem Paul-Spiegel-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet worden.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen