Regionalbischof Brandy: Nationalismus darf nicht sein

Nachricht 31. Mai 2018

Hannover. Der Stader Regionalbischof Dr. Hans-Christian Brandy hat vor einem neuen Nationalismus und Antisemitismus gewarnt. Beide drohten in Deutschland wieder gesellschaftsfähig zu werden. "Da müssen wir es doch wohl riskieren, wie ein Prophet zu sagen: So spricht der Herr: Das darf nicht sein!", sagte er laut Predigtmanuskript am Mittwoch im Eröffnungsgottesdienst der Synode der hannoverschen Landeskirche. Das Kirchenparlament tagt bis zum Sonnabend in Hannovers Henriettenstiftung.

Brandy mahnte jedoch auch, nicht vorschnell auf ungeprüfte Nachrichten zu reagieren. Es brauche "Zeit für das sorgfältige Wägen der Worte, selbst wenn die Medien drängeln." Die Menschen suchten bei der Kirche nach Orientierung. "Nötig ist eine Unterscheidung der Geister, das prüfende und nachdenkende Unterscheiden." Es sei die Aufgabe der Kirche, Christus zu bezeugen "und seine Wahrheit in das undurchsichtige Gemisch von Lüge und Wahrheit hineinzusprechen".

"Fake News" verbreiteten sich in den sozialen Netzwerken Studien zufolge sechsmal schneller als Wahrheiten und erreichten eine unerhörte Reichweite, sagte Brandy. Seriöse Medien hätten erkannt, dass sich der verantwortungsvolle Umgang mit der Wahrheit dem Zeitdruck entziehen müsse. Gründliche Recherchen bräuchten Zeit. "Lasst uns Mut zur Langsamkeit haben. Sie ist ein Gehilfe der Wahrheit."

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen