Bischöfe betonen Aktualität des Pfingstwunders

Nachricht 21. Mai 2018
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Ausschnitt eines Mosaiks im Portal des Berliner Doms mit Darstellung einer Taube als Symol des Heiligen Geistes. Bild: epd-Bild  

Hannover. Bischöfe und leitende Theologen haben in Niedersachsen die aktuellen Bezüge des Pfingstfestes betont.  Landesbischof Ralf Meister sagte in Bassum in seiner Predigt, er sehe im biblischen Pfingstwunder eine Art Reformation. "Man muss das Ereignis, welches damals in Jerusalem stattfand, als eine deutliche Veränderung in der religiösen Glaubensgeschichte der Menschheit bezeichnen." Pfingsten sei eine Reformation, "die die Welt verändert hat, weil sie nationale und ethnische, soziale und die Trennung zwischen Mann und Frau überwand."

Meister sagte, die Pfingstgeschichte ermutige Christen, die Türen zu öffnen und das Herz. Die christliche Gemeinschaft müsse ein Freiraum sein für die Hungrigen, die Durstigen, die Suchenden, die Fremden und die Kranken: "Denn wo wir die Türen schließen, arbeiten wir an der Zerstörung der Welt. Solcher Zerstörung widerstehen wir im Geist Gottes, weil wir Grund unter den Füßen haben und die Mitmenschen im Blick."

Der schaumburg-lippische Landesbischof Karl-Hinrich Manzke sagte in seiner Predigt in Bückeburg, menschliches Zusammenleben in Familie, Partnerschaft, Kirche und Gesellschaft brauche frischen und ermutigenden Geist. Mit Blick auf die Konflikte im Nahen Osten betonte der Bischof, das Fest enthalte auch den deutlichen Hinweis und den Aufruf: "Unsere Welt ist nicht unverbesserlich. Politische Bemühungen um den Frieden in Israel, Palästina und Syrien nicht ergebnislos." Alle Menschen könnten dabei mitwirken, das Zusammenleben zum Guten zu wenden.

Zu Pfingsten gehöre allerdings auch Wahrhaftigkeit. So stammten die Waffen, mit denen etwa in Syrien Regierende auf ihre Bevölkerung schießen ließen, in wesentlichen Teilen auch aus Europa und Nordamerika, "also aus Ländern, die sich zurecht empören, dass eine Regierung auf das eigene Volk schießt." Die Menschen dort wüssten, dass die eigene wirtschaftliche Macht auch zusammenhänge mit dem Leiden anderer, betonte Manzke: "Das zu benennen, gehört zu der Wahrhaftigkeit, die der Heilige Geist lehrt."

Für die Radiopastorin beim NDR, Christine Oberlin, ist Pfingsten das Fest der Begeisterung. "Die Bibel erzählt: 50 Tage nach Ostern können sich die Jüngerinnen und Jünger für die Sache Jesu neu begeistern", sagte die Theologin am Pfingstsonntag im Radiogottesdienst des Deutschlandfunks. Insofern sei für sie Pfingsten auch ein Fest der Feierlaune, betonte Oberlin laut Redemanuskript. Die Menschen gingen fröhlich in die Gottesdienste und dann berührt und manchmal auch verändert nach Hause.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen