Eritreische Christinnen und Christen feiern Georgsfest in Hannover-Döhren

Nachricht 30. April 2018

Hannover. Ein ungewöhnliches und farbenfrohes Bild an der Auferstehungskirche in Hannover-Döhren am Sonntagmorgen: In einer feierlichen Ladeprozession umkreisen bei strahlendem Sonnenschein Priester in prächtigen Gewändern und in weiße Tücher gehüllte Eritreer zwei Mal das lutherische Gotteshaus. Die 70 Mitglieder der eritreisch-orthodoxen Gemeinde feierten das Georgsfest zum ersten Mal in ihrer evangelischen Gastkirche.

Um sechs Uhr feierten die afrikanischen Christinnen und Christen zunächst im Weihrauchnebel ihren Gottesdienst gemeinsam mit einem Dutzend deutscher Christinnen und Christen der Ortsgemeinde. Dann segnete ein Priester alle Gemeindeglieder persönlich mit der Hand, die Männer auf der rechten Kirchenseite, dann die Frauen auf der linken und mit ihnen ein dutzend Babys, die selbstverständlich an der Feier teilnahmen.

Die Prozession um 10 Uhr wurde von einem Kreuzträger angeführt, dann folgte ein Priester zusammen mit Ortspastor Dr. Michael Wohlers, dann eine unter einem prächtigen Stoff auf dem Kopf getragene Altartafel mit Ikone, dann ein Priester unter einem Baldachin. Dann folgte Priester Tadese, der eigens aus Mailand gekommen war, flankiert von zwei Trommlern. Es schlossen sich Männer an, die großformatige Bilder, unter anderem von Christus, Märtyrern und dem heiligen Georg trugen. Dann kamen die anderen Männer, von denen viele ein T-förmiges ägyptisch-koptisches Kreuz an langen Stäben trugen und schließlich die Frauen, die Lieder anstimmten.

Nach der Prozession tanzten vier Männer mit ihren koptischen Kreuzen. Priester Tadese sprach in seiner Predigt über die Legende des Drachentöters Georg. Er wünschte den Deutschen Frieden und gutes Wetter und dankte für die ökumenische Gastfreundschaft. „Junge Flüchtlinge brauchen ein religiöses Zuhause; das hilft ihnen, in der neuen Welt nicht unter die Räder zu kommen“ sagte Brsaf Kahsay vom Vorstand der eritreisch-orthodoxen Gemeinde St. Giorgis in Hannover. Diese ist seit kurzem als Verein anerkannt und strebt langfristig ein eigenes Gemeindezentrum in Hannover an, so ihr Priester Yonas Habte Araya.

Superintendent Karl-Ludwig Schmidt freut sich in seinem Grußwort, „dass wir in dieser Vielfalt Kirche sein dürfen“. Die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Claudia Meier sagt: „Wenn wir miteinander lernen und feiern können, dann können wir alle nur gewinnen“.

Die Gemeinde feiert alle zwei Wochen in der Auferstehungskirche ihren Gottesdienst. Ortspastor Michael Wohlers ist zugleich als Referent im Haus kirchlicher Dienste für Gemeinden anderer Herkunft und Sprache zuständig und pflegt die Kontakte zu Migrationsgemeinden in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Öffentlichkeitsarbeit im Haus kirchlicher Dienste