Rat der EKD verurteilt antisemitische Vorfälle in Deutschland

Nachricht 21. April 2018

Hannover. Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) verurteilt die jüngsten antisemitischen Vorfälle in Deutschland. "Nie wieder darf sich Antisemitismus in Deutschland ausbreiten oder gar salonfähig werden", mahnte der Rat am Freitag auf seiner Tagung in Hannover. "Wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland Gewalt und Beschimpfungen ausgesetzt sind und sich nicht mehr sicher fühlen, können wir das unter keinen Umständen hinnehmen.".

Dass es fast täglich Berichte über Anfeindungen und Übergriffe gegen Juden in Deutschland gebe, erfülle die Ratsmitglieder mit Sorge und Scham, hieß es weiter. "Aus theologischer Überzeugung sowie aus historischer Verantwortung für jahrhundertelanges kirchliches Versagen sagt die Evangelische Kirche in Deutschland klar und unmissverständlich: Christlicher Glaube und Judenfeindschaft schließen einander aus." Antisemitismus sei Gotteslästerung.

Nachdem am Dienstag zwei Männer in Berlin, die Kippa trugen, von einem Arabisch sprechenden Mann angegriffen worden waren, kam in Deutschland eine neue Debatte über Antisemitismus auf. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, spricht von einer neuen Qualität des Antisemitismus.

"Als Christinnen und Christen stehen wir uneingeschränkt an der Seite unserer jüdischen Geschwister", erklärte der Rat der EKD. Er rief außerdem dazu auf, sensibel gegenüber jeder Form der Judenfeindschaft zu sein, versteckten Antisemitismus zu thematisieren und Begegnungen mit Menschen jüdischen Glaubens zu fördern.

epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen